Die Redaktionen von Tamedia rufen für kommenden Dienstag zu einer Protestaktion gegen den angekündigten Stellenabbau auf. Eingeladen sind Kolleginnen und Kollegen sowie Leserinnen und Leser, heisst es in einer Mitteilung. Die Belegschaft will damit ihren Forderungen Nachdruck verleihen und sich mit den Betroffenen solidarisch zeigen.
Die Geschäftsleitung von Tamedia hatte am 5. Oktober – nur vier Tage nach Ablauf eines im Jahr 2024 vereinbarten Moratoriums – angekündigt, in der Deutschschweiz und der Romandie 34 Vollzeitstellen abzubauen (persoenlich.com berichtete). Insgesamt verlieren 41 Mitarbeitende ihre Stelle. Der grösste Teil, 30 Vollzeitstellen, entfällt auf die Publizistik.
Die Redaktionen kritisieren, dass der Abbau in der Deutschschweiz ohne Konsultation und ohne Freiwilligenprogramm erfolgt sei. In der Romandie ist ein solches Verfahren von dem Gesamtarbeitsvertrag vorgesehen. In einem Brief an die Geschäftsleitung baten sie darum, in einem Konsultationsverfahren gemeinsam nach Alternativen zu den Kündigungen zu suchen. Ein solches Verfahren habe es in früheren Entlassungsrunden gegeben. Den Brief unterzeichneten laut den Redaktionen innert weniger Stunden 270 Mitarbeitende. Am Donnerstagvormittag lehnte die Geschäftsleitung laut Mitteilung das Anliegen ab. Die Redaktionen fordern ausserdem personelle Konsequenzen in der Geschäftsleitung. Diese soll für Strategieentscheide Verantwortung übernehmen.
Zu Details laufender Gespräche wollte sich Tamedia auf Anfrage nicht äussern. «Ein konstruktiver Dialog ist wichtig, auch wenn wir in diesem Prozess bei gewissen Fragen unterschiedlicher Meinung sind», schreibt Kommunikationschef Edi Estermann.
Die Redaktionen der Romandie unterstützen die Forderungen ihrer Kolleginnen und Kollegen aus der Deutschschweiz. Obwohl in der Romandie eine Konsultation eingeleitet wurde, kritisiert die Belegschaft die fehlende Dialogbereitschaft der Geschäftsleitung. (pd/spo)

