Jonas Projer ist nicht mehr Redaktionsleiter

SRF - Chefredaktor Tristan Brenn habe ihn «entmachtet», berichtet die «Schweiz am Wochenende». Projer dementiert: Er habe die Leitung selbst abgegeben. Derweil hat das Casting für die «Arena»-Moderation begonnen.

Der «Arena»-Moderator Jonas Projer verlässt das Schweizer Fernsehen und wird bei der Blick-Gruppe die Leitung für das Projekt «Blick TV» übernehmen (persoenlich.com berichtete). Dass sich der 37-Jährige vom Ringier-Konzern abwerben liess, soll in der SRF-Zentrale am Leutschenbach gar nicht gut angekommen sein, berichtet die «Schweiz am Wochenende» (SaW).

Projer war bisher nicht nur «Arena»-Dompteur, sondern auch Leiter der Fachredaktion Info-Talk. Er verantwortete damit neben der «Arena» auch den «Club» und «Schawinski». Diesen Job habe er jedoch bereits an Thomas Schäppi abtreten, Programmentwickler und Mitglied der Chefredaktion. Dies bestätigte SRF gegenüber der SaW. Dem Vernehmen nach, so das Blatt, soll die «vorzeitige Entmachtung» ein Entscheid von Chefredaktor Tristan Brenn gewesen sein.

Stimmt so nicht, dementiert Jonas Projer auf Twitter. Brenn habe ihn nicht abgesetzt. «Ich habe die Leitung der Talks auf eigene Initiative und mit Einverständnis des Chefredaktors abgegeben», schreibt er am Samstag als Reaktion auf die Berichterstattung.


Auch Brenn meldete sich am Samstag via Twitter zu Wort. Der Leiter Talk habe auch Aufgaben im personellen Bereich und der Entwicklung der Sendungen. «Jonas Projer wäre als Talk-Leiter in seine eigene ‹Arena›-Nachfolge involviert gewesen», so Brenn. Der Entscheid sei «sehr einvernehmlich» und ein «logischer Schritt» gewesen.


Als «Arena»-Vorzeigefigur scheine Projer für SRF noch unentbehrlich zu sein. Deshalb werde er auf unbestimmte Zeit die Polit-Show weitermoderieren. Zumindest so lange, bis das Casting abgeschlossen ist. Am 9. März fand laut der SaW ein erster Test mit drei internen Kandidaten für die «Arena»-Moderation statt.

Ruedi Matter, der am Freitag seinen letzten Arbeitstag als SRF-Direktor hatte, schien Projers Abgang mit Fassung zu tragen. «Dass man als Journalist mit einer grossen Erfahrung in diesem Alter mal etwas anderes sehen will, finde ich richtig. Es ehrt uns, dass Ringier für ein so grosses Projekt das Personal bei uns findet», so Matter zu persoenlich.com. (pd/cbe)