21.03.2021

Gewalt gegen Medien

Journalist an Corona-Demo in Liestal verletzt

Ein junger Pressevertreter ist während der Kundgebung angegriffen worden. SRF wurde ein Interview verweigert.
Gewalt gegen Medien: Journalist an Corona-Demo in Liestal verletzt
Ein Anhänger des Vereins «Stiller Protest» bei der Demonstration gegen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Liestal. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Während einer Kundgebung gegen die Corona-Politik in Liestal ist es zu einem tätlichen Angriff gegen einen Medienvertreter gekommen. Der Verwundete musste sich in Spitalpflege begeben. Den Vorfall machte SonntagsBlick-Reporter Fabian Eberhard auf Twitter publik:


Der junge Journalist, der anonym bleiben möchte, habe das Spital nach zwei Stunden wieder verlassen können. Sein Zahnfleisch sei lädiert, langwierige Schäden seien glücklicherweise keine zu befürchten, sagte er gegenüber dem Tages-Anzeiger. Der Journalist habe eine Gruppe Männer fotografiert. Während des Sichtens der Bilder sei plötzlich ein Mann vor ihm gestanden und habe ihn aufgefordert, die Fotos zu löschen. Es folgte ein Faustschlag ins Gesicht.

Die Baselbieter Polizei hat Kenntnis vom Vorfall, kann aber einen rechtsextremen Hintergrund des Angriffs zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Der Fall werde untersucht, sagte ein Polizeisprecher dem Tages-Anzeiger.

Kein Interview für SRF

In der Hauptausgabe der «Tagesschau» vom Samstag hiess es: «Die Organisatoren wollen SRF kein Interview geben. Sie sind mit der Berichterstattung zur Kundgebung in Chur vor zwei Wochen nicht einverstanden.» Gegenüber dem Tages-Anzeiger gab ein Mediensprecher des «Stillen Protests» laut dem Artikel «bereitwillig Auskunft».

Etwa 8000 Personen – die meisten ohne Schutzmasken – nahmen gemäss Beobachtungen eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA in Liestal an der bewilligten Demonstration teil. Die Veranstalter des Protestmarsches sprachen von 10'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Polizei nannte auf Anfrage eine Zahl von 6000 bis 7000 Teilnehmenden.

Die Polizei liess die Demonstrierenden gewähren. Man habe die Lage situativ beurteilen müssen, sagte ein Polizeisprecher gegenüber Keystone-SDA. Man sei deshalb trotz der fehlenden Schutzmasken nicht einschritten. Die Polizei habe sich auf die Gewährleistung eines ruhigen und sicheren Ablaufs konzentriert. Bis zum Schlusspunkt des Protestmarsches seien «keine nennenswerten Zwischenfälle» registriert worden.

Die Protestierenden trugen Schilder mit Aufschriften wie «Impfen tötet» oder «Keine Massentests». Zum Protestmarsch aufgerufen hatte der Verein «Stiller Protest». Dieser initiierte in den vergangenen Wochen unter anderem bereits in Wohlen und Chur ähnliche Kundgebungen. (cbe/sda)


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