Kaderleute verlieren Status und Lohn

SRG - Die SRG streicht nicht nur Führungsstellen, sondern stuft auch Führungskräfte zurück. Auf der untersten Kaderstufe gibt es keine Kaderverträge mehr. Bei Radio SRF geben drei langjährige Redaktionsleitende ihre Funktion ab.

Die SRG hatte vergangene Woche mitgeteilt, sie baue auf den drei obersten Führungsebenen im Vergleich zu 2024 über 20 Prozent der Führungspositionen ab (persoenlich.com berichtete). Nicht erwähnt hatte sie, dass Generaldirektorin Susanne Wille für eine Reihe von Führungsleuten den Kaderstatus aufgehoben hat, wie die Zeitungen von CH Media berichten. Die Betroffenen gehören formell einer unteren Kaderstufe an und führen weiterhin, erhalten aber keinen Kadervertrag mehr. Ein Betroffener beziffert die Lohneinbusse auf bis zu 1000 Franken pro Monat.

Bei SRF wurden in den vergangenen Monaten sämtliche Kaderstellen neu ausgeschrieben, wer seine Position behalten wollte, musste sich bewerben. Auf der vierten Führungsstufe teilen sich zudem vielfach zwei Personen die Leitung: eine für den Inhalt, eine fürs Personal. Mitarbeitende haben damit teilweise zwei direkte Vorgesetzte. Ob sich dieses Modell für redaktionelle Arbeit eignet, ist laut CH Media umstritten.

Drei Redaktionsleitende treten ab

Laut dem Bericht geben bei Radio SRF die Leiterin der Auslandredaktion, Susanne Brunner, der Leiter der Wirtschaftsredaktion, Jan Baumann, und der Leiter der Inlandredaktion, Stefan Eiholzer, ihre Funktionen ab. Brunner war 2024 von den Leserinnen und Lesern des Branchenmagazins Schweizer Journalist:in zur «Journalistin des Jahres» gewählt worden.

Die SRG hält fest, die Führungsstruktur werde insgesamt deutlich vereinfacht, weil auf den oberen Ebenen Positionen wegfielen. Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Führungsfunktionen hätten sich verändert, «entsprechend wurden sie auch neu bewertet und ausgeschrieben». Eine frühere Kaderzugehörigkeit lasse sich deshalb nicht automatisch auf eine neue Führungsfunktion übertragen.

Bereits vergangene Woche hatte das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) die Situation der Kaderangestellten kritisiert: Wer sich auf eine GAV-Stelle mit tieferem Lohn bewerbe, gelte als freiwillig gewechselt und erhalte teilweise keine Leistungen aus dem Sozialplan. (cbe)