Wie SRF am Montag kommuniziert hatte, fallen im Rahmen des SRG-weiten Transformationsprojekts Enavant bis im kommenden Jahr 38 Vollzeitstellen weg, rund die Hälfte davon lässt sich laut SRF über die natürliche Fluktuation auffangen (persoenlich.com berichtete).
Die Gewerkschaft kritisiert dabei besonders die Situation von Kaderangestellten: Sie können sich auf eine GAV-Stelle bewerben – verbunden mit einer Lohnreduktion. Weil der Wechsel als freiwillig gilt, erhalten Betroffene laut SSM teilweise keine Leistungen aus dem Sozialplan. Die Gewerkschaft spricht von einer Aushebelung des Sozialplans «durch den Vorwand einer freiwilligen Bewerbung».
Weiter bemängelt die Gewerkschaft den aus ihrer Sicht ungenügenden Einbezug der Mitarbeitenden und ihrer Vertretung. Bereits während der Konsultation zu «Enavant» seien die zur Verfügung gestellten Informationen zu wenig konkret gewesen, um Alternativen zu Kündigungen entwickeln zu können.
Zur finanziellen Ausgangslage bekräftigt das SSM eine bereits im Juni kommunizierte Position: Die Einschätzung der SRG zur finanziellen Entwicklung sei nicht nachvollziehbar, weshalb es weiterhin auf einen Verzicht auf Entlassungen poche. Konzernweit trägt gemäss der von persoenlich.com veröffentlichten Aufteilung der Bereich Operationen mit 30,7 der insgesamt 63,9 Millionen Franken den grössten Sparanteil. Dort steht laut SSM noch nicht fest, welche Stellen konkret wegfallen.
Schliesslich macht das SSM eine Verunsicherung unter den Angestellten geltend und zitiert Aussagen wie «Das ist nicht mehr unser SRF». Der Abbau gefährde letztlich auch die Programmqualität, für die sich im Frühjahr eine Mehrheit ausgesprochen habe. (pd/nil)

