10.04.2016

SVP

Keine Inserate wegen DSI-Berichterstattung

Weil die Medien gegen die Initative gschrieben hätten, schaltet die SVP keine Inserate gegen das Asylgesetz.
SVP: Keine Inserate wegen DSI-Berichterstattung

Die SVP will im Vorfeld der Abstimmung über das revidierte Asylgesetz vom 5. Juni weder Inserate schalten noch eine Plakatkampagne führen. Hinter dem Entscheid stecken Kalkül und eine externe Analyse, schreibt die Schweiz am Sonntag. Christoph Blocher hatte sie nach der Schlappe bei der Durchsetzungs-Initiative (DSI) anfertigen lassen. Nach der Lektüre war für ihn klar: Die Medien waren der zentrale Faktor für die Ablehnung. Deshalb sollen sie von der SVP kein Geld mehr erhalten.

«Die Devise der Gegner war klar», sagt Blocher der Zeitung. «Man wollte bewusst nicht über die Sache selbst reden. Sondern die SVP verunglimpfen, sie als gefährlich darstellen: Die SVP wolle den Rechtsstaat kaputt machen, die Menschenrechte, die Demokratie, das Staatswesen.» Es sei eine Abstimmung pro oder kontra SVP, gewesen. Das, betont Blocher, sei aber nur unter einer Voraussetzung möglich geworden: «Wenn alle Medien mitmachen.» Das sei die «Schlüsselerkenntnis», die er gewonnen habe.

«Medien und Journalisten in der Pflicht»

«Die Medien – mit Ausnahme von ‹Weltwoche› und ‹Basler Zeitung› – waren geschlossen im Lager der Gegner, um eine SVP-Verunglimpfungskampagne zu führen.» Die Argumente der SVP seien im redaktionellen Raum gar nicht mehr vorgekommen. «Die Chefredaktoren traten an vorderster Front gegen die Initiative an, von Blick bis NZZ. Unterstützt durch die Einseitigkeit von Radio und Fernsehen.» Die SVP nehme nun bei der Abstimmung zur Asylgesetz-Revision «die Medien und die Journalisten in die Pflicht», sagt Blocher zur Schweiz am Sonntag. «Vor allem die Privaten.»

Schnippisch sagt er: «Inserate sollen sie nicht mehr stören.» Die privaten Medien rühmten sich immer, vierte Gewalt im Staat zu sein. «Das sollen sie jetzt auch beweisen.» Blocher bezeichnet das Ganze auch als «eine Frage der Intelligenz», wie er betont: «Sollen wir für den Inserateraum zahlen, wenn die Gegner ihre Argumente gratis publizieren können?» (SchwamS)

Bild: Keystone


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KOMMENTARE

Stefan Heimers
11.04.2016 09:51 Uhr
Das ist ja wohl die dümmste Ausrede. Die Medien haben schon oft gegen die Initiativen dieser Partei geschrieben und das hat sie nie davon abgehalten zu inserieren. Ohne die Inserate wären die Initiativen nämlich gar nicht zu gewinnen. Wenn nun diesmal nicht inseriert wird liegt das entweder daran, dass man die Chancenlosigkeit einsieht, oder dass man gar nicht wirklich an einer Ablehnung der Vorlage interessiert ist.
Lara Kraft
10.04.2016 13:12 Uhr
Der Chrigel wieder, Aber dass er die Baz und die Weltwoche über Strohmänner finanziert, verschweigt er gefliessentlich. Ist ja nur ein Detail. Und dass sich Walter Frey versteckt an den ganzen Gemeinde-Anzeigern beteiligt, scheint auch kein Problem zu sein. Merke: Freie Presse ist es nur, wenn der Blocher die Finger drin hat. Sonst Lügenpresse.
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