Armeechef Roland Nef geht in die Offensive. Seine Anwälte haben wegen Persönlichkeitsverletzung eine erste Klage eingereicht. Nef selber wird am Nachmittag vor den Medien eine persönliche Erklärung abgeben. Der Armee-Chef werde zu den Vorwürfen gegen seine Person Stellung nehmen, teilte das VBS am Donnerstag mit. Nef werde bei dieser Gelegenheit "keine Rücktrittserklärung abgeben", heisst es in der Medienmitteilung weiter.
Nefs Anwälte teilten am Donnerstag mit, die Berichterstattung einiger Medien laufe auf eine Rufmord-Kampagne hinaus. Gegen welches Medium sich die Klage wegen Persönlichkeitsverletzung richtet, wollte das Büro der Anwälte Vera Delnon und Bernhard Rüdy auf Anfrage nicht bekannt geben. "Einige Medien kolportieren Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten, deren Mix und Verbreitung unabhängig vom Wahrheitsgehalt persönlichkeitsverletzend ist", heisst es in der Mitteilung des Anwaltsbüros.
Nach den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft habe kein öffentliches Interesse an einer Weiterführung des Strafverfahrens gegen Roland Nef bestanden. Armeechef Roland Nef habe weder Schweigen erkauft noch für eine Desinteresse-Erklärung bezahlt, betonen die Anwälte weiter. "Diese Unterstellungen beleidigen seine frühere Partnerin und diffamieren ihn auf unhaltbare Weise." Mit der Leistung einer Zahlung sei keine Schuldanerkennung verbunden.
Ein "Eingeständnis von Fehlern im Beziehungsbereich" mache eine Person auch nicht untragbar, sondern signalisiere die Übernahme von Verantwortung für den eigenen Anteil am Konflikt "und stellt eine reife Form der Konfliktlösung dar", schreiben Nefs Rechtsvertreter im Communiqué.

