14.04.2020

Reporter ohne Grenzen

Kritik an Festnahme von Fotograf in Zürich

Der Schweizer fotografierte das Flugzeug von Thailands König Maha Vajiralongkorn von der Zuschauerterrasse am Zürcher Flughafen aus.
Reporter ohne Grenzen: Kritik an Festnahme von Fotograf in Zürich
Die Zuschauerterrasse auf dem neuen Dock B anlässlich der Eröffnungsfeier im November 2011. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) Schweiz hat die Festnahme eines Fotografen am Rande eines Besuchs des thailändischen Königs am Zürcher Flughafen kritisiert. Der Mann habe lediglich an einem öffentlich zugänglichen Ort seine Arbeit ausgeübt, teilte die Organisation am Dienstag mit.

ROG sei sehr beunruhigt über das Vorgehen der Beamten, heisst es in der Mitteilung. Die Zürcher Kantonspolizei hatte den für die deutsche Bild-Zeitung arbeitenden Fotografen am 7. April festgenommen. Der Schweizer fotografierte das Flugzeug von Thailands König Maha Vajiralongkorn von der Zuschauerterrasse aus. Der 67 Jahre alte Monarch war für einen Urlaub von Thailand in Zürich angekommen.

Ein Polizeisprecher sagte nach dem Vorfall, der Mann habe sich als Medienschaffender ausgegeben und sich einer Kontrolle durch die Polizei widersetzt. Die Festnahme sei nicht auf Anordnung des Königs erfolgt.

ROG erklärte, dem Fotografen seien Handschellen angelegt worden. Zuvor hätten ihm Leute auf dem Rollfeld bei der Maschine Zeichen gegeben, er solle verschwinden. Ein ihn ansprechenden Polizisten habe er erst nicht wahrgenommen, weil er auf die Arbeit konzentriert gewesen sei. Er habe seinen Presseausweis und seine Identitätskarte angeboten und auf die Pressefreiheit hingewiesen. Dennoch sei er in Handschellen gelegt worden, wobei ihm die Beamten den Arm verdreht hätten.

In der Folge sei er von Polizisten einvernommen worden, die unter anderem angemerkt hätten, er hätte ja ein Terrorist sein können. Ausserdem sei die Echtheit des Presseausweises angezweifelt worden und er sei beschuldigt worden, er habe eine Türe aufgebrochen. Laut ROG sichtete die Polizei Bilder und ein Video auf der Kamera, sie löschte aber nichts.

Reporter ohne Grenzen ist eine internationale Menschenrechtsorganisation. Die 1985 gegründete Nichtregierungsorganisation setzt sich weltweit für Pressefreiheit und gegen Zensur ein. Die Schweizer Sektion besteht seit 1990. (sda/wid)



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