04.06.2019

bz Basel

Kulturchef Marc Krebs hat gekündigt

Der langjährige Basler Kulturjournalist bricht aus dem «Hamsterrad des Tageszeitungsgeschäfts» aus und wagt «den Schritt in die Freiheit als Selbstständiger». Auch die Redaktorin Naomi Gregoris hat einen neuen Job angenommen.
bz Basel: Kulturchef Marc Krebs hat gekündigt
Arbeitet künftig an einer crossmedialen Dokumentation über Schweizer Mundart-Musik: Marc Krebs. (Bild: zVg.)

Nach zwei Jahren bei der «bz Basel» gibt Marc Krebs die Leitung des Kulturressorts auf Ende Juli ab. Nach 20 Jahren als Kulturjournalist bei einer Tageszeitung habe er sich «wie im Hamsterrad» gefühlt, begründet er seine Kündigung gegenüber persoenlich.com. «Neil Young sang ja mal: ‹It’s better to burn out than to fade away›. Für mich gilt: It’s better to avoid a burn out – that's why I go away.» Aus diesem Grund wage er den Schritt weg vom Tageszeitungsgeschäft in die Freiheit als Selbstständiger.

In den kommenden zwei bis drei Jahren widmet er sich einem eigenen Projekt, einer crossmedialen Dokumentation über Mundart-Musik. Krebs will die Entwicklung von Schweizer Pop und Rap in den vergangenen 50 Jahren festhalten. Ein Verlag für das Buch dazu sei bereits in Aussicht, Gespräche mit möglichen Partnern für einen Dokumentarfilm sowie eine Ausstellung laufen, sagt Krebs. Um sich finanziell abzusichern, engagiert sich der dreifache Vater zudem auf Mandatsbasis beim Start-up #Tide Ocean Material, welches Recycle-Lösungen für verschmutztes Plastik aus dem Meer anbietet.

Der Journalist hat bereits drei Bücher über die Basler Kulturszene geschrieben. Eines über die Geschichte von Basler Popmusik, die Band Lovebugs sowie den Club Atlantis. Vor seiner Zeit bei der «bz Basel» gehörte Krebs zum Gründerteam des mittlerweile eingestellten Online- und Printmediums «TagesWoche». Von 2000 bis 2011 arbeitete er zuerst als Reporter und später als Kulturredaktor bei der «Basler Zeitung».

Wechsel zu neuem Onlinemedium in Basel

Auch Naomi Gregoris hat sich entschlossen, das Kulturressort der «bz Basel» auf Ende August zu verlassen. Die Arbeit im Tages-/Printjournalismus sei zwar interessant, aber auf Dauer nicht erfüllend, begründet sie den Schritt gegenüber persoenlich.com. Ab Jahresbeginn wird Gregoris beim Onlinemedium von Hansi Voigt und Matthias Zehnder arbeiten, welches ab Herbst in Basel entstehen soll (persoenlich.com berichtete). «Das neue Projekt bietet Zeit für aufwendige Geschichten und Raum für Kreativität. Das reizt mich», sagt sie. Danebst wird Gregoris ihren Podcast «Untenrum», wo sie mit Frauen über ihre Sexualität spricht, weiterführen und als Produzentin bei der Schweizer Podcastplattform Podcastlab beteiligt sein. 

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Unter der Leitung von Marc Krebs besteht das Kulturteam der «bz Basel» zurzeit aus 210 Stellenprozent aufgeteilt auf drei Redaktorinnen und Redaktoren. Wie das Ressort künftig aufgestellt wird, ist noch nicht klar. «Über die Nachfolge der beiden Redaktoren und die künftige Organisation des Ressorts laufen derzeit Abklärungen», sagt Chefredaktor Patrick Marcolli auf Anfrage.


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