Neues Mediengesetz und «Le Matin» im Radio

SRF - Gleich zwei Radiosendungen haben sich am Samstag aktuellen Medienthemen gewidmet: Doris Leuthard nahm in der Samstagsrundschau Stellung zum neuen BGeM, im «Medientalk» wurde über die Einstellung der gedruckten «Le Matin» diskutiert.

Der Bundesrat will mit dem neuen Gesetz über elektronische Medien den Service public im Onlinebereich fördern – geregelt von einer neuen unabhängigen Kommission, wie am Donnerstag bekannt wurde (persoenlich.com berichtete). Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten – noch am gleichen Tag zeigte sich, dass der Entwurf des neuen Gesetzes über elektronische Medien die Geister scheidet (persoenlich.com berichtete).

Medienministerin Doris Leuthard war Gast in der «Samstagsrundschau», wo sie zum neuen Gesetz und zur Frage, ob nun die grosse SRG-Debatte beginne, Stellung nahm. «Wir wollen nicht einfach den Fördertopf öffnen. Wir wollen aber ermuntern, neue Produkte zu lancieren», sagte Leuthard in der Sendung. Sie begründete, weshalb vor allem Audio und Bewegtbild gefördert werden sollen: weil sie kostenintensiver als reine Texte seien.


«Le Matin» im Medientalk

Der «Medientalk» widmete sich den Entwicklungen bei «Le Matin»: Die Printausgabe der Boulevardzeitung wird eingestellt, wie jüngst bekannt wurde – 41 Leute verlieren wohl ihren Job (persoenlich.com berichtete). Künftig produziert ein Team von 15 Journalisten noch eine Onlineausgabe.

Auch diese werde wohl schon bald eingestellt, sagte der ehemalige «Le Matin»-Chefredaktor Peter Rothenbühler im «Medientalk». Rothenbühler nahm auch gegenüber persoenlich.com Stellung zum Thema. Er war Gast der Sendung, genauso wie Barbara Colpi, Westschweiz-Korrespondentin SRF, und Daniel Kübler, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Zürich.

Mit dem Wegfall der Printausgabe von «Le Matin» verliere die Romandie ihren kleinsten gemeinsamen medialen Nenner, sagt Colpi. «Le Matin» sei die «Beizenzeitung» in der Westschweiz.Interessant in diesem Zusammenhang: Je geringer die Medienvielfalt und die Berichterstattung über lokale Politik, desto tiefer ist die Wahlbeteiligung. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Universität Zürich, die Daniel Kübler mitverfasst hat (persoenlich.com berichtete).  (pd/maw/cbe)