Herr Fischer, Sie sind Geschäftsführer von Radio Munot und regen sich gewaltig auf. Was ist passiert?
Radio Munot war heute für Stunden in der Region Schaffhausen nicht empfangbar, weder über UKW noch via DAB+. Grund waren Wartungsarbeiten an unserem Hauptsender Kohlfirst. Der Sendeunterbruch ist die Folge einer «unheiligen Allianz» zwischen EKZ, Swisscom und SRG. Der Sendeunterbruch war von 08.00 bis 11.00 Uhr geplant. Schliesslich wurde es 13.41 Uhr. Schon am 19. April war Radio Munot von halb neun Uhr morgens bis halb drei am Nachmittag aus dem gleichen Grund nicht empfangbar. Im Übrigen schieben sich alle Beteiligten die Schuld gegenseitig zu. Niemand will für dieses Debakel verantwortlich sein.
Sind diese Sendeunterbrüche notwendig?
Natürlich braucht es bei Sendeanlagen regelmässige Wartungsarbeiten. Diese wurden früher in Rand- oder Nachtzeiten ausgeführt. Das kostet natürlich zusätzliches Geld. Auf das Angebot, die «Zulagekosten» zu übernehmen, wurde nicht eingegangen. Im Gegenzug sollten wir ein Notstromaggregat für mehrere tausend Franken mieten. Sendeunterbrüche hätte es trotzdem gegeben und DAB+ wäre nicht versorgt worden.
Sprechen Sie sich im Vorfeld nicht mit der Swisscom über solche technischen Wartungen ab?
Radio Munot hat auf seinem Hauptsender Kohlfirst kein Vetorecht – obwohl wir der Swisscom jährlich über 42'000 Franken zahlen für die UKW-Verbreitung. Ein Vetorecht hat laut Swisscom nur die SRG. Die SRG kann mit ihren umliegenden Sendeanlagen die Region auch ohne Kohlfirst abdecken. Radio Munot leider nicht. Radio Munot wird jeweils mit einem Mail im Vorfeld vor vollendete Tatsachen gestellt. Intervention zwecklos. Es war schon früher schwierig. Doch die aktuellen Vorkommnisse sind eine neue Eskalationsstufe.
Welche Konsequenzen hat ein Sendeunterbruch für Radio Munot?
Heute war der Start der schweizweiten Berufsbildungswoche, an der Radio Munot aktiv teilnimmt. Viele Interviews, zum Beispiel mit Bundesrat Guy Parmelin, und Beiträge verpufften im Nirvana.
Sie haben beim Bakom gegen die Senderabstellung protestiert. Wie war die Reaktion aus Biel?
Das haben wir schon beim Sendeunterbruch am 19. April getan und auch heute wieder. Leider herrscht Funkstille. Vielleicht liegt es an Wartungsarbeiten.
Wie geht es nun weiter?
Radio Munot kann man in der Region Schaffhausen wieder empfangen. Das ist das Wichtigste. In der Nachbearbeitung wird die Politik einbezogen. Radio Munot hat als konzessionierter Sender eine Informationspflicht. Dieser können wir so natürlich nicht nachkommen. Ganz zu schweigen vom Imageverlust bei der Hörerschaft und den Werbekunden. Unser Sekretariat war heute nicht zu beneiden.

