30.05.2026

NZZ

Plagiat kostet Feusi den neuen Job

Der Nebelspalter-Redaktor Dominik Feusi hätte ins Wirtschaftsressort der Neuen Zürcher Zeitung wechseln sollen. Wenige Tage vor dem Start wurde der Vertrag aufgelöst. Der Journalist hatte 2024 einen abgeschriebenen Artikel veröffentlicht.
NZZ: Plagiat kostet Feusi den neuen Job
Nebelspalter-Redaktor Dominik Feusi wechselt nicht zur NZZ. (Bild: Still aus Youtube-Video)

Wie der Blick berichtet, übernahm Dominik Feusi im Herbst 2024 für den Nebelspalter eine Nahost-Analyse aus dem britischen Telegraph – laut der Recherche rund 90 Prozent nahezu eins zu eins, zunächst ohne Quellenangabe. Nach Blick-Recherchen und Angaben von Insidern soll das Blatt das Plagiat bereits damals bemerkt, aber nicht publik gemacht haben.

Nachdem der Blick die Zeitung erneut konfrontiert hatte, löste sie den Vertrag noch vor dem Stellenantritt am 1. Juli auf. Feusi räumte ein, es handle sich um ein klares Plagiat, für das es keine Entschuldigung gebe.

Die Ankündigung von Feusis Wechsel kostete die NZZ zwei prominente Mitarbeiter: Bundeshauschef Fabian Schäfer kündigte laut Bericht wegen Feusi, kurz zuvor ging Wirtschaftsexperte Hansueli Schöchli – beide offenbar wegen der rechtsliberalen Blattlinie von Chefredaktor Eric Gujer.

Der Nebelspalter nennt die Kritik an der ursprünglichen Quellenkennzeichnung in einer Stellungnahme berechtigt, hält die öffentliche Darstellung aber für «überzogen»: Feusi habe früh korrigiert und die Quellen offengelegt. Die Redaktion betrachte die Sache als abgeschlossen. (nil)

Korrigendum 2. Juni: In einer ersten Version stand, «Verleger Markus Somm soll interveniert haben». Das stimmt nicht, wie Somm im Nebelspalter-Podcast versichert.


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KOMMENTARE

Monika Zech
03.06.2026 12:42 Uhr
Somms Personalförderprogramm ist jedenfalls bemerkenswert: Daniel Wahl, von Somm zur BAZ geholt und dort zum Chefreporter befördert, musste 2022 nach neun Rügen durch den Presserat gehen. Serkan Abrecht, ein junger Somm-Schüler und BAZ-Redaktor wurde 2020 entlassen, (die BAZ gehörte inzwischen Tamedia), und jetzt Dominik Feusi, durch Somm vom Lobbyisten in einen Journalisten verwandelt und direkt ins Bundeshaus geschickt...
Victor Brunner
01.06.2026 08:46 Uhr
Bedenklicher als das Plagiat das nur wenige gelesen haben war der Umgang damit bei der NZZ und dem Nebelspalter. Schwamm darüber war die Devise und der BLICK musste den Mahnfinger heben.. Sagt einiges über den Zustand eines Teil der Schweizer Presse!
Claude Bürki
01.06.2026 08:11 Uhr
Jeder Kommentar zu dieser Causa erübrigt sich.