05.10.2023

#MediaToo

Republik entlässt belästigenden Journalisten

Über die anonyme Meldeplattform gingen weitere Hinweise auf grenzüberschreitendes Verhalten ein, schreibt das Onlineportal.
#MediaToo: Republik entlässt belästigenden Journalisten
Ende August wurden die Vorwürfe gegen einen Republik-Reporter von SRF publik gemacht. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Das Online-Magazin Republik hat entschieden, einen mutmasslich belästigenden Journalisten per sofort zu entlassen. Ihm wird von mehreren Frauen grenzüberschreitendes Verhalten vorgeworfen. Der Journalist war bereits seit Ende August freigestellt (persoenlich.com berichtete).

Zwischen dem 14. und dem 28. September hatte die Republik eine Plattform aufgeschaltet, auf der sich weitere mögliche Betroffene melden konnten (persoenlich.com berichtete). Dabei gingen offenbar noch mehr Hinweise auf grenzüberschreitendes Verhalten und Belästigungen ein.

Die Redaktion kam nach einer ersten Auswertung dieser Meldungen zum Schluss, sich per sofort von diesem Mitarbeiter zu trennen. Dies sei alternativlos gewesen, schreibt die Republik. Eine Konfrontation mit dem Journalisten habe es deshalb nicht mehr gegeben.

Workshop gegen Belästigungen

Das Onlinemagazin kündigte weiter an, aus den Vorfällen die nötigen Lehren zu ziehen und seine Betriebskultur zu reformieren. In den kommenden Wochen werde über weitere Massnahmen informiert. Bereits durchgeführt wurde ein interner Workshop unter dem Titel «Schulung zum Schutz gegen Mobbing und Belästigungen».

Auslöser für die Entlassung des bekannten Journalisten war eine Recherche von Radio SRF, in der sechs Frauen Vorwürfe wegen sexueller Belästigung erhoben. Der Journalist soll ihnen explizite Nachrichten geschickt haben, in einem Fall soll es zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein. Diesen Vorwurf weist der Journalist entschieden zurück. (sda/wid)



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