06.06.2024

Artikel über Prügelattacke

Schaffhauser AZ entschuldigt sich

In einer ausführlichen Stellungnahme äussert sich die Redaktion zur Recherche über Gewalttaten in einer Anwaltswohnung und dem «Rundschau»-Beitrag. Sie gesteht Fehler ein.

Am 22. Mai berichtete die «Rundschau» von SRF über eine in einer Schaffhauser Anwaltswohnung verprügelte und von den Behörden im Stich gelassene Frau. In der Ausgabe vom 30. Mai berichtet auch die Lokalzeitung Schaffhauser AZ ausführlich über den Fall und zitiert aus Einvernahmeprotokollen und verschriftlichten Videoaufnahmen. Der Artikel mit dem Titel «Eskaliert» stützt die Darstellung der «Rundschau» nicht. Die Wogen um den Fall gehen seit der Berichterstattung hoch.

Eine Woche nach Erscheinen des Artikels äussert sich die Schaffhauser AZ in einer ausführlichen Stellungnahme. «Der Artikel hat viele Menschen empört, enttäuscht und verletzt. Das ist die Folge einer Reihe von Fehlern, auf die wir im Folgenden eingehen», schreibt die Redaktion.

Der «Rundschau»-Beitrag habe Zuspitzungen und Verkürzungen enthalten; gerade der implizite Vorwurf, dass die Tat im Voraus geplant war, um das Opfer von einer Anzeige abzuhalten, sei gemäss der Recherchen der Zeitung zweifelhaft, schreibt die Schaffhauser AZ. Man habe jedoch dabei aus den Augen verloren, wie schwierig es sei, einen Teil der Berichterstattung der «Rundschau» zu kritisieren, ohne gleichzeitig die brutalen Taten zu relativieren.

In der Stellungnahme zählt die Redaktion in fünf Punkten eigene Fehler auf. Zum Schluss bittet sie «alle, die unser Text verletzt oder sogar retraumatisiert hat, um Entschuldigung». (wid)

 


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KOMMENTARE

Victor Brunner
08.06.2024 10:07 Uhr
Lieber Neukom, Bashing? Rundschau hat grenzwärtig berichtet , journalistische Verantwortung nicht beachtet, Bashing hat Rundschau betrieben, nicht die Kritiker!
Cheryl Pollo
08.06.2024 08:13 Uhr
Der Fokus liegt auf Verfehlungen in journalistischer Arbeit, anstatt auf der viel dringlicheren Fragestellung, welches Strafmass die Täter erwartet. Dies muss für jeden Menschen der einen Funken Empathie besitzt, im Vordergrund stehen. Dies würde den Opfern ein minimales Nass an Genugtuung und Anerkennung ihres Traumas zugestehen.
Thomas Baumann
07.06.2024 22:23 Uhr
Sorry, Herr Neukomm. Ds war kein SRF-Bashing. Die Rundschau hat unsauber gearbeitet, die ShAZ sauber. Dass sich jetzt die ShAZ entschuldigt und nicht SRF, zeigt, was im heutigen Journalismus falsch läuft.
Andi Neukomm
07.06.2024 10:16 Uhr
Hauptsache, das alltägliche SRF Bashing ist problemlos über die Bühne gegangen!
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