14.05.2023

SwissMediaForum

So äusserte sich die «Elefantenherde»

An der traditionellen Debatte am Ende des Medienkongresses haben die Verleger die Rolle der SRG kritisiert. Nebst Kritik gab es zum Schluss auf dem Motorschiff Diamant in alle Richtungen Komplimente.
SwissMediaForum: So äusserte sich die «Elefantenherde»
Diskutierten an der Elefantenrunde vom SwissMediaForum: Felix Graf (NZZ), Michael Wanner (CH Media), Nathalie Wappler (SRF), Pietro Supino (TX Group) und die Moderatorin Christina Neuhaus. (Bild: SMF/Severin Bigler)
von Michèle Widmer

Sie wurden als Elefanten, Elefantendame und Elefantennachwuchs angekündigt: Am zweiten Tag vom SwissMediaForum in Luzern fand traditionell das Podium mit den Chefinnen und Chefs der grossen Medienhäuser statt. Auf dem Kongressschiff MS Diamant nahmen am Freitag NZZ-CEO Felix Graf, SRF-Direktorin Nathalie Wappler, TX-Group-Verleger Pietro Supino und – erstmals in dieser Funktion – CH-Media-CEO Michael Wanner teil.

Die Moderatorin, NZZ-Inlandchefin Christina Neuhaus, fragte den Neuling in der Runde, warum er sich nicht eine Branche mit Zukunft ausgesucht habe. «Ich sehe das nicht so pessimistisch», sagte Wanner, fügte aber auch an: «Der Status quo ist unbefriedigend.» Man müsse die Medienpolitik neu denken. Im Hinblick auf die SRG erklärte er, dass ein staatlicher Anbieter nur das bieten solle, was die Privaten nicht anbieten können.

Ins gleiche Horn blies Pietro Supino. Man habe schon viele Male versucht, sich einvernehmlich mit der SRG zu einigen, sagte der TX-Group-Verleger in die Richtung von Nathalie Wappler. Die SRG sei wie ein Fisch, der immer wieder aus den Händen rutsche. Supino prophezeite mit Blick auf die anstehende Halbierungsinitiative «hässliche Diskussionen». Die SRG könnte das noch immer durch Selbstbeschränkung lösen.  

Es sei kein «entweder oder», sondern ein «und und», sagte Wappler darauf. Zur Erklärung zog sie die Berichterstattung über die Krönung von König Charles vom vergangenen Wochenende heran. «Die Leute konnten die Zeremonie bei uns live verfolgen und lasen dann doch noch bei der NZZ mehr darüber.»

Auch zum Abschluss vom SwissMediaForum kam das Thema künstliche Intelligenz noch zur Sprache. Moderatorin Neuhaus fragte, ob gemeinsame Standards als Trusted Media für die Branche eine Möglichkeit seien oder ob diese jedes Haus für sich erarbeite. Hier zeigten sich alle offen. Wanner warnte davor, dass ein Label allein jedoch nicht alles löse.

Zum Schluss mussten sich die Verlegerinnen und Verleger gegenseitig Komplimente machen. Supino richtete dieses an Christina Neuhaus für ihre Moderationsleistung. Wappler hatte er bereits in der Diskussion für ihre Arbeit bei der SRG gelobt. Wappler hob mit Blick auf NZZ-CEO Felix Graf die «inspirierenden Gespräche» mit ihm hervor. Graf seinerseits sprach Michael Wanner ein Kompliment für seinen «jungen und frischen Ansatz, aber auch für seine hohe Seniorität» aus. Gerade in der Angelegenheit der Cyberattacke hätten sie beide sehr gut zusammengearbeitet. Zum Schluss war es an Wanner, in Richtung Pietro Supino ein Lob auszusprechen: Wenn man die Entwicklung der TX Group anschaue, müsse man ihn für die strategische Weitsicht loben.



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Kommentare

  • Rudolf Penzinger, 13.05.2023 08:39 Uhr
    Radio und Fernsehen gibt es mittlerweile schon seit vielen Jahrzehnten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Zeitungsverleger (die im übrigen wie Supino und Wanner noch immer ihr gutes Geld verdienen) dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Fesseln anlegen wollen. In welchem Jahrhundert leben wir?! - Ich erinnere mich mit Grauen an die Zeiten, da Radio Beromünster mit Rücksicht auf die Zeitungsverlage nur drei Mal am Tag die dürftigen, in schlechtem Berner Hochdeutsch verlesenen "Nachrichten der Schweizerischen Depeschenagentur" senden durfte.
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