April, April: Am Montag durften Leserinnen und Leser von Zeitungen nicht alles Ernst nehmen. Der «Tages-Anzeiger» etwa berichtete, dass am diesjährigen Sechseläuten kein Feuer mehr angezündet wird, die NZZ kündigte ein «Umlaut-Massaker» an und der «Landbote» entdeckte einen neuen Partner für den FC Winterthur: den FC Barcelona.
«Es droht ein Umlaut-Massaker» titelte die NZZ am 1. April. Die Stadt Zürich werde künftig auf die ü-Pünktchen in «Zürich» verzichten. Dies auf Wunsch der Standort- und Tourismusförderer, welche mit dem Umlaut nichts anzufangen wissen. Ohne ü-Pünktchen könne man sich im globalen Kontext besser als Marke positionieren. Auf allen amtlichen Dokumenten, Publikationen und Schildern werde künftig deshalb nur noch «Zurich» stehen.
Der «Tages-Anzeiger» wiederum machte publik, dass das Sechseläuten ab sofort ohne Feuer auskommen muss. Grund seien die zu hohen Emissionswerte. Der Holzhaufen, der dem Böögg jeweils sein letztes Stündchen beschert, entspreche laut Angaben der Stadt einer «Holzfeuerungsanlage mit über 500 Kilowatt Leistung». Deshalb müsse das Holzfeuer durch ein Gasfeuer ersetzt werden.
Eine besonders lohnenswerte Partnerschaft entdeckte der «Landbote»: Der FC Winterthur werde künftig mit dem FC Barcelona zusammenspannen. Die Spanier wollen den FC Winterthur dabei unterstützen, die Schützenwiese Super-League-tauglich zu machen, unter anderem mit einer neuen Beleuchtungsanlage. Zudem solle es im angrenzenden Sulzer-Hochhaus ein Barcelona-Fan-Hotel geben.
Skelettfund und gendergerechte Alarmsirene
Auch die Berner Medien haben ihrem Publikum am Montag manch einen Bären aufgebunden. Das «Journal du Jura» zum Beispiel verkündete, in Moutier solle am Abend eine Kappeler Milchsuppe serviert werden. Ein Zuger und ein Zürcher Geistlicher wollten auf diese Weise den Streit um die Kantonszugehörigkeit des Städtchens schlichten. Der «Bund» behauptete, die Drogenrazzia-Alarmsirene der Reitschule solle gendergerecht werden. «Die Klänge werden neu eingesungen - und zwar vom Frauenchor der Reitschule.» Das «Bieler Tagblatt» wusste zu berichten, dass in der Kirche Ligerz bald Starkoch Anton Mosimann aktiv werde. So solle die Auslastung des Gotteshauses verbessert werden.
Das «Thuner Tagblatt» meldete einen Skelettfund bei der Sanierung des Schlossturms; womöglich handle es sich um Minnesänger Heinrich von Strättligen. Die «Berner Zeitung» dämpfte die Vorfreude der Aareschwimmer auf den Sommer: Ab diesem Sommer dürfe die Wassertemperatur nicht mehr über 20 Grad steigen, denn der Kanton reguliere künftig die Temperatur bei Thun. Über den Hochwasser-Entlastungsstollen werde allenfalls kühles Wasser in den Fluss geleitet.
«Die Ostschweiz» verkündete, SRF übernehme den Sender Teleblocher und mache das Programm ausgewogener. Bei der Zusammenarbeit soll auch die Videoredaktion der «Weltwoche» mitwirken. Auf Facebook diskutierten Nutzer schon kurz nach dem Post des Online-Portals, ob es sich wohl um einen Aprilscherz handelt.
DJ Bobo fast Regierungsrat
René Baumann, besser bekannt als DJ Bobo, sei fast in den Luzerner Regierungsrat gewählt worden, berichtete «Zentralplus.ch». 22'621 Stimmen habe er geholt. Laut der «Luzerner Zeitung» plant die Stadt Zug Parkgebühren für Velos. Damit wolle man ein «Velochaos» verhindern. Ein Sibirischer Tiger für Arosa. Schliesslich gibt es dort ja schon ein Bärenland. Laut «Südostschweiz» sollen mit dem Tiger asiatische Touristen nach Arosa gelockt werden.
Im «Toggenburger Tagblatt» wird von einem unerwarteten Reichtum für die Gemeinde Lichtensteig berichtet. Bei Sondierungsarbeiten sei eine Kiste voller Gold der «Toggenburger Bank» gefunden worden. Das «St. Galler Tagblatt» berichtet, dass auf dem Dach der St.Galler Kathedrale eine Solaranlage installiert werden soll.
Die IGP Arena in Wil soll für Monate geschlossen bleiben. Der Grund: Eine bedrohte Ameisenart habe sich im Stadion des FC Wil eingenistet, schreiben die «Wiler Nachrichten». Die «Appenzeller Zeitung» warnt Langfinger: Brennholz im Wald bei Sommeri sei «mit Schwarzpulver geimpft».
Auch das Schweizer Radio und Fernsehen verzichtete nicht auf Aprilscherze. Mit einer App könnten Hörerinnen und Hörer mit DAB-Radios neu nicht nur entscheiden, ob sie einen Moderator oder eine Moderatorin hören wollen, sondern auch noch einen Dialekt dazu auswählen, berichtete Radio SRF 1.
Und die Sendung «Glanz&Gloria» berichtete in einem Videobeitrag in den Sozialen Medien, dass bei SRF neu Uniform-Pflicht gelte. Alle Moderatoren würden ab sofort eine Einheitsuniform tragen. Der Grund: Künftig soll der Inhalt der Sendungen, und nicht die Bekleidung der Aushängeschilder im Vordergrund stehen.
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Katzen in der Schule
Die Zeitung «Le Courrier» berichtete am Montag von einem Experiment, dass der Staat mit Grundschülern und Katzen durchgeführt habe. Katzengeräusche hätten nämlich beruhigende Wirkungen auf das Gehirn.
Ein guter Hinweis auf Aprilscherze in Medien ist immer, wenn die Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen bestimmten Ort eingeladen wird. Angeblich um über die Sensation zu informieren. Als Trostpflästerli gibt es dann für die Leserinnen und Leser eine Bratwurst und ein Bier oder Mineral.
Grabung im Limmattal vergessen
Von einem peinlichen Patzer des Kantons berichtete am 1. April die «Limmattaler Zeitung». Die Schönenwerdkreuzung, die meistbefahrene Kreuzung im Limmattal, müsse erneut aufgerissen werden - und dies nur ein Jahr nach der letzten Baustelle.
Grund sei, dass eine archäologische Grabung nachgeholt werden müsse. Diese sei beim Kanton wegen eines Software-Fehlers vergessen gegangen. Die Archäologen würden auf Funde aus der Römerzeit hoffen.
Ab Montagnachmittag sei die nigelnagelneue Kreuzung deshalb für zwei Wochen gesperrt. Als kleine Gegenleistung dürfe die Bevölkerung aber bei der Grabung zusehen. (sda/wid/log)

