21.02.2012

"Faces"

Soll in Deutschland durchstarten

"Wir geben dem Magazin die Zeit, die es braucht."

Das Schweizer Lifestyle-Magazin "Faces" startet einen erneuten Versuch, in Deutschland durchzustarten. Diesmal überlassen die Herausgeber Patrick Pierazzoli (Chefredaktor; links im Bild) und Stefan Berger (Verlagsleiter; rechts im Bild) das Zepter jedoch nicht wie damals einem deutschen Verlag, sondern gehen das Vorhaben in Eigenregie an. Die Brüder erklären gegenüber persoenlich.com, weshalb sie es noch einmal in Deutschland versuchen wollen und was "Faces" von anderen Lifestyle-Magazinen unterscheidet.

Herr Berger, Sie versuchten sich bereits vor rund zwei Jahren in Deutschland. Woran ist es damals gescheitert?

Stefan Berger: Wir haben "Faces" damals nicht selber herausgegeben, sondern hatten eine Lizenz vergeben an einen deutschen Verlag. Leider hat dieser Verlag sich nicht an die Lizenzvorgaben gehalten. Als er "Faces" dann im Package zusammen mit dem Magazin "Penthouse" im Anzeigenmarkt angeboten hat, mussten wir die Handbremse ziehen und ihm die Lizenz entziehen.

Und weshalb starten Sie nun einen erneuten Versuch?

SB: Die Verkaufszahlen waren damals trotz der miserablen Betreuung durch unseren Lizenznehmer ganz respektabel. In der Schweiz hat sich "Faces" als einziges Unisex-Lifestyle-Magazin mit einem gewissen Anspruch etabliert und auch in Deutschland fehlt ein solches Magazin. Nach einer Studie mit potenziellen Lesern in Deutschland war klar, dass "Faces" auch in Deutschland sehr gute Chancen haben würde.

Worin unterscheidet sich die Ausgabe für Deutschland von der Schweizer Variante?

SB: Überall dort, wo es regionalspezifische Unterscheidungen braucht, sei es bei der Mode, den Events, bei den Adressen. Natürlich unterscheidet es sich auch in den Anzeigen.

Aus wie vielen Leuten besteht nun Ihr Team?

SB: 15 Personen arbeiten fix bei uns, dazu ein Netzwerk von freien Journalisten, Fotografen, Stylisten aus aller Welt. Unser Creative Director (Alex Wiederin) arbeitet von New York aus und unser Art Director (Florian Ribisch) aus Mailand.

Wie viele davon sind für Deutschland zuständig?

SB: Alle arbeiten sowohl für Deutschland, als auch für die Schweiz. Für die Vermarktung von "Faces" Deutschland haben wir zudem eine Country Managerin engagiert, die von München aus agiert.

Auf kress.de ist zu lesen "Faces" sei "ein Mix aus 'InStyle' und 'FHM', der gerne 'Tempo' wäre." Was sagen Sie dazu?

Patrick Pierazzoli: Nun, da "Faces" das einzige Unisex-Magazin seiner Art ist (People, Style, Fashion) liegt es nahe, zum Vergleich ein Frauen- sowie ein Männer-Magazin heranzuziehen. "InStyle" und "FHM" zählen wir zu den Besten in diesen Bereichen, insofern können wir mit diesem Vergleich gut leben. Was "Tempo" betrifft: Wir liebten "Tempo" und viele ehemalige "Tempo"-Autoren - unter anderen Uwe Kopf, Peter Glaser, Helge Timmerberg, Maxim Biller, Tom Kummer, Eckhart Nickel - schrieben und schreiben regelmässig für "Faces". Weil sie zu den Besten gehören - und wir die Sprache lieben. Aber "Faces" ist etwas ganz Anderes, schon rein thematisch. Und "Faces" ist heute - "Tempo" war gestern.

Womit wollen Sie sich von den anderen Lifestyle-Magazinen in Deutschland abheben?

SB: Unsere Marktstudie hat klar gezeigt, dass sich "Faces" kaum mit einem anderen Magazin in Deutschland vergleichen lässt. Es unterscheidet sich sowohl vom Konzept her, als auch im Layout und in der Sprache. "Faces" hat Ecken und Kanten, es verzichtet auf das Offensichtliche und zelebriert seine eigene Sicht der Dinge. "Faces" weckt Emotionen: Man kann es lieben oder hassen, aber kalt lässt es einen bestimmt nicht.

Wann entscheiden Sie, ob "Faces" auch nach 2012 in Deutschland erscheinen wird?

SB: Wir sind nicht in einer Testphase. Wir planen langfristig und geben dem Magazin in Deutschland die Zeit, die es braucht, sein Publikum zu finden. Diese Strategie der stetigen Weiterentwicklung hat sich auch hierzulande bestens bewährt.

Interview: Sibylle Lagler



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