17.06.2026

SRG

Sparvorgabe für 2027 sinkt auf 80 Millionen

Die SRG muss 2027 weniger sparen als bislang angenommen und legt nun offen, wo sie spart: vor allem bei Strukturen, Prozessen und Herstellungsweisen. Die Gewerkschaft SSM nimmt den tieferen Betrag positiv zur Kenntnis, übt am Sparkurs aber weiterhin deutliche Kritik.
SRG: Sparvorgabe für 2027 sinkt auf 80 Millionen
Sparmassnahme: Ab der Spielzeit 2027/28 zeigt das Schweizer Fernsehen die Uefa-Champions-League nicht mehr. (Bild: zVg/SRF Sport)

Statt der bisher kommunizierten 125 Millionen Franken muss die SRG im kommenden Jahr noch rund 80 Millionen einsparen. Darüber informierte die SRG am Mittwochnachmittag das Personal. Das Gesamtziel von 270 Millionen Franken bis 2029 – eine Folge der vom Bundesrat gesenkten Medienabgabe – bleibt laut Mitteilung bestehen. Die Einsparungen würden lediglich gleichmässiger über die Jahre verteilt. Thomas Egger, Direktor Finanzen SRG, begründet dies unter anderem mit der restriktiven Wiederbesetzung offener Stellen und stabilisierten kommerziellen Erträgen.

Den Personalabbau bis Ende 2027 bezifferten die Verantwortlichen gegenüber dem Personal mit geschätzten 257 bis 316 Vollzeitstellen. Weitere 300 folgen bis 2029. Zusammen mit den 300 bereits im vergangenen Jahr abgebauten Stellen ergibt dies ein Total von 900 (persoenlich.com berichtete).

Allein hier spart die SRG über 35 Millionen Franken

Den grössten Kostenblock der Einsparungen macht mit 35,2 Millionen Franken die Vereinfachung der Führungsstrukturen aus, inklusive Optimierung der Immobilienflächen und der Standortverschiebung der Generaldirektion in Bern. Das schreibt die SRG in einer Medienmitteilung.

Effizientere Abläufe sollen 9,1 Millionen bringen, angepasste Herstellungsweisen des Programms 13,2 Millionen. Die Überprüfung von Partnerschaften – etwa die Neuausrichtung des Schweizer Filmpreises – steuert 2,7 Millionen bei, Anpassungen im Programmangebot rund 3,7 Millionen Franken.

Keine Champions-League mehr ab 2027

Weitere Sparmassnahmen betreffen den Verzicht auf die Ausstrahlung der Uefa-Champions-League ab der Saison 2027/28. Auch der definitive Rückzug aus der technischen und audiovisuellen Produktion der Spiele der Eishockey-National-League sowie der Uefa-Europacup-Partien nach Auslaufen der geltenden Verträge im Sommer 2027 trägt zum Sparziel bei. Das hatte die SRG schon früher kommuniziert.

«Indem wir Strukturen vereinfachen, Kräfte bündeln und enger zusammenarbeiten, gewinnen wir den notwendigen Spielraum», wird SRG-Generaldirektorin Susanne Wille in einer Medienmitteilung zitiert. 95 Prozent der Einsparungen liessen sich so über Strukturen, Prozesse und Herstellungsweisen erreichen.

Stellenabbau ohne Entlassungen fordert Personalvertretung 

Die Gewerkschaft SSM, die das SRG-Personal vertritt, wertet die Reduktion als Bestätigung ihrer Analyse, wonach es der SRG finanziell besser gehe als kommuniziert. Die Gewerkschaft verweist auf ein Eigenkapital von 528 Millionen Franken und einen erwarteten Buchgewinn von rund 100 Millionen aus dem Verkauf des RTS-Turms in Genf. Den angenommenen Rückgang der kommerziellen Erträge bestreitet die Gewerkschaft: 2025 seien die Werbeerträge sogar gestiegen. Sie fordert, den Stellenabbau ohne Entlassungen über natürliche Fluktuation, interne Rotation sowie eine Umschulungs- und Weiterbildungsstrategie umzusetzen. (pd/nil)


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KOMMENTARE

Victor Brunner
18.06.2026 14:54 Uhr
Verzicht auf die Ausstrahlung der Uefa-Champions-League, Rückzug aus der technischen und audiovisuellen Produktion der Spiele der Eishockey-National-League sowie der Uefa-Europacup-Partien. Ein klarer Leistungsabbau. Der nationale und internationale Sport wird gestutzt während SRF fast jedes regionale Schwingfest in voller Länge und Langeweile überträgt und Nullsendungen wie "Hinter den Hecken" fast am Laufband produziert. Auch Elsener der Neue hat die Aufgabe von SRF noch nicht begriffen. SRF für das "Grosse" die Privaten für das "Kleine".
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