24.11.2025

SRG

Susanne Wille kündigt Abbau von 900 Vollzeitstellen an

Bis zum Jahr 2029 muss die SRG 270 Millionen Franken einsparen. Dadurch fallen rund 900 Vollzeitstellen weg. Entlassungen sind unvermeidlich. Die Gründe für den Abbau sind die vom Bundesrat beschlossene Senkung der Medienabgabe, der Rückgang der Werbung und gestiegene Kosten.
SRG: Susanne Wille kündigt Abbau von 900 Vollzeitstellen an
Susanne Wille am 19. November beim Forum des médias romands in Lausanne. (Bild: Keystone/Cyril Zingaro)

Die SRG muss bis zum Jahr 2029 rund 270 Millionen Franken einsparen – ein Sparvolumen, das etwa 17 Prozent des Budgets 2024 entspricht. Die Folge: Der Abbau von voraussichtlich 900 Vollzeitstellen. Das gab Generaldirektorin Susanne Wille am Montag bekannt.

«Wir bedauern diesen Stellenabbau. Die politischen Entscheidungen sowie das Umfeld, in dem wir uns als Medienunternehmen bewegen, lassen uns keine andere Wahl», lässt sich Wille in einer Medienmitteilung zitieren. «Die SRG gestaltet den Stellenabbau so verantwortungsvoll und sozialverträglich wie möglich.» Gleichzeitig betonte sie: «Ich kämpfe weiter für eine starke SRG. Darum treiben wir die Transformation konsequent voran.» Mit dieser Transformation will die SRG ihre Kräfte bündeln, digitaler werden und künftig verstärkt über die Regionen hinweg zusammenarbeiten. (Lesen Sie auch das Interview mit Susanne Wille.)

Ein Drittel der Stellen, etwa 300, werden im Rahmen eines laufenden Kostensparprogramms abgebaut. Weitere 600 Stellen sollen bis zum Jahr 2029 wegfallen, wobei die SRG einen Teil davon durch natürliche Fluktuation und Pensionierungen abfangen will. Entlassungen seien dennoch unumgänglich, heisst es in der Mitteilung. Das Konsultationsverfahren für diese 600 Stellen wird demnächst eröffnet.

Organisationsstruktur wird gestrafft

Neben dem Stellenabbau passt die SRG auch ihre Führungsstruktur an: Per 1. April 2026 wird die Geschäftsleitung von acht auf sieben Mitglieder (ohne Generaldirektorin) verkleinert.

Die Sparnotwendigkeit ergibt sich aus mehreren Faktoren: Der Bundesrat hat beschlossen, die Medienabgabe von 335 auf 300 Franken pro Haushalt und Jahr zu senken – dies führt zu Mindereinnahmen von 120 Millionen Franken bis zum Jahr 2029. Hinzu kommen 90 Millionen Franken weniger kommerzielle Einnahmen und teuerungsbedingte Kostensteigerungen von über 60 Millionen Franken. Die erste Reduktion der Medienabgabe erfolgt bereits per Januar 2027. Bis dahin muss die SRG bereits 125 Millionen Franken einsparen.

Warnung der Vorgänger bestätigt sich

Dass es zu diesem massiven Stellenabbau kommen würde, war bereits seit zwei Jahren absehbar (persoenlich.com berichtete). Im November 2023 hatte die damalige SRG-Spitze um Generaldirektor Gilles Marchand und Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina in einer Stellungnahme zum Vernehmlassungsverfahren zu den Plänen von Medienminister Albert Rösti zur Senkung der Medienabgabe exakt diese Konsequenzen vorhergesagt. Sie warnten vor einem Abbau von 900 Stellen in allen Regionen der Schweiz.

Marchand warnte damals vor Qualitätseinbussen: «Eine weitere Schwächung würde sich mit Sicherheit negativ auf die Qualität der Programmleistungen auswirken, und zwar in allen Regionen. Zum Nachteil des Publikums.» Er betonte zudem die Bedeutung der SRG für den gesamten Schweizer Medienplatz: «Von einem gesunden und solide finanzierten öffentlichen Medienhaus profitiert der gesamte Medienplatz Schweiz.» Cina warnte vor der Grösse des Sparauftrags und betonte die Unmöglichkeit, diesen allein durch natürliche Fluktuation zu bewältigen. Ein so grosses Sparvolumen sei nicht mit kleinen Massnahmen zu erreichen, erklärte er damals. (pd/sda/nil)


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KOMMENTARE

Ueli Custer
24.11.2025 15:15 Uhr
Chris Blatter: Mit welchem Recht erklären Sie Ihren persönlichen Geschmack zum Massstab der TV-Nutzenden in der Deutschen Schweiz? Wer die ausgezeichneten Programme der SRG nicht nutzen will, ist selber schuld.
Chris Blatter
24.11.2025 15:02 Uhr
Er wird ja nur gefordert, dass das Program gestraft wird und der Public Service gemäss dem Leistungsauftrag geleistet wird. Und nicht unzählige überflüssige Formate wie Auf und Davon, DingDong etc. – das Medienverhalten ändert sich und Junge und Menschen im mittleren Alter schauen ohnehin kaum mehr SRF.
Martin Bauer
24.11.2025 12:00 Uhr
Absolut richtig Ueli Custer. Der Gebührenkampf ist ideologisch motiviert. Merci SVP.
Ueli Custer
24.11.2025 11:41 Uhr
Ich werde wohl nie verstehen, warum man in diesen Zeiten in denen vor allem die klassische TV-Werbung unter starken Druck kommt, das einzige von der Werbung nur wenig abhängige Angebot derart kastrieren will. Das nützt ja wirklich überhaupt niemandem etwas – ausser den Rechtsaussenparteien, die in ganz Europa zum Halali auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk blasen. Wer erleben will, wie die sich TV und Radio ohne Gebührenfinanzierung anfühlen, dem sei ein Besuch in den USA empfohlen.
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