Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer war 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Spielen nach Peking gereist. SRF hatte den Fall enthüllt, was Fischer letzte Woche den Job kostete. Der Fall hat eine Debatte über die Pflicht von SRF ausgelöst. Die Ombudsstelle hat bisher laut SonntagsBlick 16 Beschwerden erhalten (persoenlich.com berichtete).
Die zuständigen Ombudsleute der SRG Deutschschweiz sind Urs Hofmann und Esther Girsberger. Pikant ist: Girsberger ist seit zehn Jahren für das Referatsmanagement von Patrick Fischer tätig. Sprich: wenn Fischer für Referate oder Keynotes gebucht werden soll, läuft das über Esther Girsberger. Auf Fischers Website ist Girsberger als Ansprechperson angegeben.
Die SRG Deutschschweiz und Girsberger haben den potenziellen Interessenkonflikt erkannt. «Das Referatsmanagement von Frau Girsberger für Patrick Fischer kann den Anschein der Nähe erwecken; in einer solchen Konstellation ist ein Ausstand von Frau Girsberger angezeigt», schreibt die SRGD auf Anfrage.
Gegenüber persoenlich.com schreibt Esther Girsberger sie sei von sich aus in den Ausstand getreten. «Ich bin inhaltlich bei den Beanstandungen nicht involviert», so die Ombudsfrau. Bis anhin habe es keinen Interessenkonflikt gegeben, da weder Fischer noch Eishockey ein Thema bei der Ombudsstelle gewesen seien.
Ob sie ihr Mandat für den Ex-Natitrainer weiter ausüben wird, ist noch offen. «Das werden wir zu gegebener Zeit besprechen, falls Patrick Fischer weiterhin Referate halten will», so Girsberger auf Anfrage.

