04.04.2022

Musikshow

SRF stoppt Sendung «Soundtrack Of My Life»

Der Radiomoderator Dominic Dillier sollte das Musikformat neu für Radio SRF produzieren. Als erster Gast geplant war Mike Müller. Nun wurde der Satiriker und Schauspieler wieder ausgeladen.
Musikshow: SRF stoppt Sendung «Soundtrack Of My Life»
Produziert «Soundtrack Of My Life» nun weiter auf eigene Faust: der SRF-Radiomoderator Dominic Dillier. (Bild: zVg)

Im Bühnenformat «Soundtrack Of My Life» unterhält sich Dominic Dillier mit Persönlichkeiten über den Soundtrack ihres Lebens. SRF wollte das privat initiierte Projekt, bei dem bereits Endo Anaconda, Susanne Kunz, Melanie Winiger oder Mona Vetsch zu hören waren, übernehmen. Als erste Gäste waren Schauspieler Mike Müller und sein Bruder, der Journalist Tobi Müller, geplant (persoenlich.com berichtete). Nun hat SRF die beiden wieder ausgeladen, wie Tamedia berichtet. Dillier hatte bereits Vorgespräche geführt und die Songliste für die Sendung vorbereitet. 

«Aufgrund interner Gespräche haben wir entschieden, das Format ‹Soundtrack Of My Life› bei SRF vorerst nicht zu produzieren», sagt SRF gegenüber den Tamedia-Zeitungen. Dominic Dillier werde das Format «weiterhin privat umsetzen. Und er ist auch künftig wichtiger und fixer Bestandteil unserer SRF-Musikredaktion», so SRF weiter. 

Den Ausschlag dafür dürfte wohl die Eigeninitiative von Moderator Dominic Dillier gegeben haben, wie Tamedia mutmasst. Radio SRF hatte zuvor die Music-«Specials» aus dem Programm von SRF 3 gekippt. Danach hatte Dillier zusammen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen ein Crowdfunding gestartet, um die Sendung auf eigene Faust weiterproduzieren zu können. Letzte Woche kam das Geld dafür zusammen (persoenlich.com berichtete).

Mike Müller findet die Reaktion von SRF «völlig übertrieben», wie er gegenüber Tamedia sagt. «Ich hätte SRF ja noch verstanden, wenn die Musikredaktoren um Dominic Dillier ihr Format bei der privaten Konkurrenz untergebracht hätten.» Aber sie würden mit einem Crowdfunding eine private Plattform lancieren.

Müller kritisiert die Haltung des Senders: «SRF sollte sich inzwischen im Klaren sein, dass es nicht mehr der einzige Player in der Schweizer Medienlandschaft ist», sagt er. Im Hinblick auf die Halbierungsinitiative ergänzt er: Als «beleidigte Leberwurst gewinnt man keine Abstimmung». (wid)


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KOMMENTARE

Victor Brunner
05.04.2022 09:51 Uhr
Salzgeber, Ruefer, Epiney können dank SRF private, bezahlte Projekte wahrnehmen. Das gleiche macht Dillier und SRF setzt «Soundtrack Of My Life» aus. Eine unverständliche Entscheidung. Einige dürfen private Projekte umsetzen, andere nicht. Scheinbar ist die Nähe zur Führung und Verweildauer beim Sender entscheidend. In die Röhre gucken einmal mehr die ZwangsgebührenzahlerInnen.
Andi Neukomm
05.04.2022 09:08 Uhr
Die internen Regeln sind dem SRF Personal bestens bekannt. Die Aufruhr um Dillier ist deshalb unangebracht.
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