Im Bühnenformat «Soundtrack Of My Life» unterhält sich Dominic Dillier mit Persönlichkeiten über den Soundtrack ihres Lebens. SRF wollte das privat initiierte Projekt, bei dem bereits Endo Anaconda, Susanne Kunz, Melanie Winiger oder Mona Vetsch zu hören waren, übernehmen. Als erste Gäste waren Schauspieler Mike Müller und sein Bruder, der Journalist Tobi Müller, geplant (persoenlich.com berichtete). Nun hat SRF die beiden wieder ausgeladen, wie Tamedia berichtet. Dillier hatte bereits Vorgespräche geführt und die Songliste für die Sendung vorbereitet.
«Aufgrund interner Gespräche haben wir entschieden, das Format ‹Soundtrack Of My Life› bei SRF vorerst nicht zu produzieren», sagt SRF gegenüber den Tamedia-Zeitungen. Dominic Dillier werde das Format «weiterhin privat umsetzen. Und er ist auch künftig wichtiger und fixer Bestandteil unserer SRF-Musikredaktion», so SRF weiter.
Den Ausschlag dafür dürfte wohl die Eigeninitiative von Moderator Dominic Dillier gegeben haben, wie Tamedia mutmasst. Radio SRF hatte zuvor die Music-«Specials» aus dem Programm von SRF 3 gekippt. Danach hatte Dillier zusammen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen ein Crowdfunding gestartet, um die Sendung auf eigene Faust weiterproduzieren zu können. Letzte Woche kam das Geld dafür zusammen (persoenlich.com berichtete).
Mike Müller findet die Reaktion von SRF «völlig übertrieben», wie er gegenüber Tamedia sagt. «Ich hätte SRF ja noch verstanden, wenn die Musikredaktoren um Dominic Dillier ihr Format bei der privaten Konkurrenz untergebracht hätten.» Aber sie würden mit einem Crowdfunding eine private Plattform lancieren.
Müller kritisiert die Haltung des Senders: «SRF sollte sich inzwischen im Klaren sein, dass es nicht mehr der einzige Player in der Schweizer Medienlandschaft ist», sagt er. Im Hinblick auf die Halbierungsinitiative ergänzt er: Als «beleidigte Leberwurst gewinnt man keine Abstimmung». (wid)
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05.04.2022 09:51 Uhr
05.04.2022 09:08 Uhr

