04.07.2021

Replay TV

SRG wehrt sich erfolgreich gegen 14-Tage-Regel

Eigentlich hatte sich die Branche geeinigt. Doch der gebührenfinanzierte Sender störte sich vor allem an einem Punkt und reichte Beschwerde ein.
Replay TV: SRG wehrt sich erfolgreich gegen 14-Tage-Regel
Kinder schauen sich ein Skirennen im Replay TV an auf RTS deux. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Zeitversetztes Fernsehen, das sogenannte Replay TV, ist beliebt und weit verbreitet. Den TV-Sendern ist es jedoch auch ein Dorn im Auge, da Werbung übersprungen werden kann und ihnen dadurch viel Werbegeld verloren geht. Im Juni 2020 hatten sich Sender, Sendeverbreiter und Verwertungsgesellschaften auf einen Kompromiss geeinigt (persoenlich.com berichtete). Wenn Zuschauer künftig Werbung überspringen, müssen sie kurze Zwangsspots anschauen. Um hierfür die Akzeptanz zu erhöhen, soll im Gegenzug die Verfügbarkeit der TV-Inhalte von 7 auf 14 Tage verlängert werden. Dagegen wehrte sich die gebührenfinanzierte SRG und reichte Beschwerde ein.

Wie 20 Minuten nun schreibt, konnte die SRG die 14-Tage-Regel noch «kippen». In der Schlussfassung, welche die Eidgenössische Schiedskommission für Urheberrechte am 10. Mai verabschiedet hat, heisst es: «Die maximale Aufzeichnungsdauer für programmbezogene Aufzeichnungen beträgt 30 Stunden oder 7 Tage.» Damit seien auch die Klagen der SRG vom Tisch, wie SRG-Sprecher Edi Estermann gegenüber 20 Minuten bestätigt: «Die Einigung beinhaltet die Erledigung aller hängigen Rechtsvorkehren der SRG und der übrigen TV-Sender.»

Die SRG hatte sich gegen eine längere Replay-Frist gewehrt, weil sie befürchtete, dass die Ausweitung auf 14 Tage die eigene Streaming-Plattform Play Suisse gefährden könnte. «Diese Erhöhung hätte für die SRG das Risiko beinhaltet, von Rechtegebern künftig abgestraft zu werden, weil diese der SRG Rechte nur zu höheren Preisen oder gar nicht mehr verkauft hätten», sagte Estermann zu 20 Minuten. Soll heissen: TV-Verbreiter wie Swisscom und Co. hätten SRG-Programme für eine bescheidene Gebühr verbreiten können, die SRG selbst hingegen hätte die Rechte für die eigene Plattform teuer einkaufen müssen. (pd/lom)



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