29.03.2019

Dornbusch Medien

Streitigkeiten über Lohn

Auch durch Mahnen und Betreiben kämen die Freischaffenden nicht zum Lohn. Der Verleger dementiert.

Der christliche Verlag Dornbusch Medien habe einigen Journalisten seit Jahren keinen Lohn bezahlt. Das schreibt die «Aargauer Zeitung» in einem Bericht. Ein Betroffener ist laut AZ der Pfarrer und Schriftsteller Ulrich Knellwolf. Er habe für die Weihnachtsausgaben von «Sonntag» und «Doppelpunkt» im Dezember 2017 ein Essay verfasst. Dafür sollte er tausend Franken bekommen. Nach einigen Mahnungen und Betreibungen – auch über Knellwolfs Anwalt – sei sein Honorar ein Jahr später auf seinem Konto gewesen.

Letzten Herbst soll auch die Mediengewerkschaft Syndicom eine Mitteilung versendet haben, die Journalisten vor der Zusammenarbeit mit Dornbusch warnt. Freischaffende sollten demnach nur noch gegen eine Vorauszahlung arbeiten. Laut der Gewerkschaft seien insgesamt Lohnausstände von 20'000 Franken bekannt. Ausserdem hätten Journalisten auf den Lohn verzichtet, weil der Rechtsweg zu lange und teuer war, sagte der Sprecher der Syndicom Marco Geissbühler laut AZ.

Neben den freien Journalisten würden auch ehemalige Dornbusch-Redaktoren die Vorwürfe bestätigen. Nachdem einige Betroffene den Verlag gewarnt und betrieben hätten, hätten andere mit dem Konkurs gewarnt, darauf seien die Zahlungen erfolgt.

Dornbusch-Chef bestreitet Vorwürfe

Laut der AZ behaupte der Chef und Teilhaber der Dornbusch Medien Fabian Egger, alle Autoren hätten ihre Honorare erhalten. Er gestehe Schwierigkeiten ein, die er auf seine Vorgänger schiebt. Sie hätten ihm den Verlag vor viereinhalb Jahren in einem desolaten Zustand hinterlassen.

Ein Blick in den Betreibungsregisterauszug zeige aber ein anderes Bild, so die «Aargauer Zeitung». Darauf stünden nicht nur Journalisten. Auch Rechnungen von Sozialversicherungen und vom Steueramt habe Dornbusch nicht bezahlt. Zudem würden eine Druckerei, ein Treuhandbüro und die Billag den Verlag betreiben. (log)


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