21.05.2026

RTS

Studioumzug an die EPFL geht in die entscheidende Phase

Der im November 2025 eingeweihte neue Produktionsstandort der RTS in Lausanne-Ecublens bildet den Rahmen für die schrittweise Zusammenlegung der TV-Redaktionen aus Genf und der Radioredaktionen von La Sallaz in Lausanne. Die kommenden Monate gelten als entscheidend: Die Radionachrichten sollen im Juni, die TV-Nachrichten im November an den neuen Standort wechseln.

Konkret ziehen die Sendungen «Forum» und «La Matinale» sowie die Kurznachrichten bis Ende Juni auf den EPFL-Campus um. Bei den TV-Nachrichten dauert es bis Ende November, bis das «19h30» am neuen Standort produziert wird. Die Sportredaktion folgt als letzte – allerdings nicht vor 2028.

RTS-Verantwortliche zogen am Mittwoch bei einem Medienrundgang durch den neuen Komplex im Süden des Campus Bilanz. Aus der Vogelperspektive hat das neue RTS-Hauptquartier – eingekeilt zwischen dem an seiner Doppelglasfassade und der hohen Antenne erkennbaren Tour Odyssea und dem Rolex Learning Center – ungefähr die Form eines Konzertflügels.


Insgesamt rund 950 Personen werden künftig am Standort Lausanne-Ecublens arbeiten, der auf einer Nutzfläche von knapp 25'000 Quadratmeter (inklusive Parkplatz) rund 500 Arbeitsplätze bietet. Der Ort ist auf den Austausch mit dem Publikum ausgerichtet: Er beherbergt Studios für Sendungen mit Studiopublikum, ein Foyer mit Ausstellungsflächen und Angeboten zur Medienkompetenz sowie ein öffentlich zugängliches Restaurant.

«Standort verkörpert Service public der Zukunft»

«Das ist das Ergebnis von zwölf Jahren Nachdenken und Arbeit. Unsere Ziele waren, ein Silosystem aufzubrechen, totale Flexibilität für die nächsten 90 Jahre zu schaffen und auf Öffnung gegenüber dem Publikum zu setzen – sehen und gesehen werden», sagte Pascal Crittin, Direktor von RTS und Mitglied der SRG-Geschäftsleitung. «Dieser neue Standort verkörpert den Service public der Zukunft.»

«Jeder Produktionsschritt ist so konzipiert, dass er innovativ und kollaborativ ist und eine integrierte Ausspielung von Audio- und Videoinhalten ermöglicht – im Radio, im Fernsehen und digital», ergänzte er.

Die Gesamtkosten für den Produktionsstandort belaufen sich auf 165 Millionen Franken: 130 Millionen entfallen auf das Gebäude mit seiner Aussen- und Innenarchitektur, 35 Millionen auf die technische und technologische Ausstattung. Die Investition wurde vollständig durch den Verkauf des Gebäudes in La Sallaz und weiterer Liegenschaften aus dem RTS-Immobilienportfolio autofinanziert – den Verkauf des RTS-Turms in Genf nicht eingerechnet.

35 Prozent weniger Fläche

«Modern und modular: Diese grosse Zusammenlegung auf einem einzigen Areal wird es dem Service public ermöglichen, die gesamte Westschweiz abzudecken, die Flächen der RTS um mindestens 35 Prozent zu reduzieren und jährlich mehrere Millionen an Betriebskosten einzusparen», sagte RTS-Sprecher Marco Ferrara.

Herzstück des Komplexes ist ein zentraler Newsroom von 5500 m², der auf einer weitläufigen Plattform im ersten Obergeschoss «schwebt» und die Verschmelzung von Audio, Video und Digital symbolisiert. Er verfügt über sechs Zwischengeschosse und wird von vier Gebäuden namens «Émergences» (Nord, Ost, Süd, West) umrahmt. Auf dem Dach sind über 2500 m² Solarpaneele installiert.

SRG und RTS hatten den neuen Produktionsstandort am 13. November offiziell eingeweiht (persoenlich.com berichtete). Die ersten Sendungen wurden dort im vergangenen Herbst aufgenommen: Den Anfang machte RTS Option Musique im November, es folgten RTS Espace 2 im Januar, RTS Première im Februar und RTS Couleur 3 Ende März. Sechs im März aufgezeichnete Ausgaben des «Couleur 3 Comedy Club» bildeten die erste Veranstaltung vor Publikum. Am 1. Mai verliessen die Übertragungs- und Reportagewagen mitsamt ihren Teams Meyrin und bezogen ihren neuen Heimathafen.

Weiterhin in Genf und an acht Orten der Romandie

RTS bleibt in Genf weiterhin präsent – insbesondere mit TV-Magazinen, Dokumentarfilmen, Fiktion, Archiven, TV-Programmierung und -Ausstrahlung, digitalem Schaffen sowie dem Regionalbüro Genf. In den übrigen Kantonen verfügt RTS über acht Regionalbüros in der Westschweiz sowie über Journalistinnen und Journalisten in Zürich und im Tessin. (sda/nil)


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