24.11.2022

TX Group

Tamedia sucht neue Geschäftsführung

Co-Geschäftsführer Marco Boselli nimmt eine Auszeit bis mindestens Ende Jahr, danach wird er andere Aufgaben bei Tamedia übernehmen. Andreas Schaffner übernimmt die alleinige Geschäftsführung bis zum Stellenantritt des neuen CEOs spätestens per Anfang 2024.
TX Group: Tamedia sucht neue Geschäftsführung
Bildeten in den vergangenen drei Jahren das Geschäftsführerduo von Tamedia (v.l.): Andreas Schaffner und Marco Boselli. (Bilder: Tamedia)

Andreas Schaffner hat vor über einem Jahr angemeldet, dass er sich per Ende 2023 aus dem operativen Geschäft zurückziehen möchte. Aus persönlichen Gründen nimmt Marco Boselli eine Auszeit bis mindestens Ende Jahr, wie es in einer Mitteilung heisst. Danach werde er neue publizistische Projekte und Aufgaben im Unternehmen übernehmen. «Ich blicke auf spannende drei Jahre bei Tamedia als Co-Geschäftsführer zurück. Zusammen mit Andreas Schaffner ist es uns gelungen, die digitale Transformation voranzutreiben und Tamedia als eines der modernsten Medienhäuser der Schweiz zu etablieren. Ich danke allen für die Power, die sie in dieser Zeit entwickelt haben», lässt sich Boselli zitieren.

Andreas Schaffner werde in der Übergangsphase die Geschäftsführung von Tamedia verantworten. «Zusammen mit Marco Boselli haben wir den digitalen Wandel im Journalismus kraftvoll vorangetrieben und belastbare Grundlagen geschaffen, um zukünftig noch erfolgreicher zu werden. Es waren drei gute gemeinsame Jahre, auf denen wir nun aufbauen wollen», so Schaffner.

Unter Andreas Schaffner als Geschäftsführer wird der bekannte Journalist Mathias Müller von Blumencron interimistisch für den Bereich Publizistik & Produkt in der Geschäftsleitung von Tamedia Einsitz nehmen, wie es weiter heisst. Er ist Deutscher und Schweizer Bürger und seit 2019 Mitglied des Verwaltungsrats von Tamedia. Mathias Müller von Blumencron war unter anderem Chefredaktor von Spiegel Online, Co-Chefredaktor des Spiegels, Chefredaktor Digitale Medien der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Co-Chefredaktor des Tagesspiegels.

Ebenfalls unter Andreas Schaffner wird Christine Gabella directrice de la Suisse romande, aktuell ist sie Delegierte der Tamedia-Geschäftsleitung in der Westschweiz. Gabella ist ausserdem Mitglied der Eidgenössischen Medienkommission, des Keystone-ATS-Verwaltungsrats und Vize-Präsidentin des Verbandes Medias Suisses.

«Wie alle traditionellen Medienhäuser steht Tamedia vor grossen strukturellen und konjunkturellen Herausforderungen. Eine tiefgreifende Transformation ist notwendig, um die Nachhaltigkeit auf der Basis von neuen digitalen Produkten und Dienstleistungen zu sichern», heisst es in der Mitteilung weiter. Gleichzeitig gelte es, die treue Leserschaft der gedruckten Zeitungen «in gewohnter Qualität» zu bedienen. Die Leser- und Nutzerschaft würden klar im Zentrum stehen. Mit der Bündelung der Unternehmensführung in einer Hand würden die Organisation und das dafür essenzielle Zusammenspiel zwischen Redaktion, Nutzermarkt und Werbemarkt sowie Technologie, Druck und Distribution gestärkt. Und es soll der Aufbau neuer Erlösmodelle begünstigt werden.

Seit der Einführung einer dezentralen Gruppenstruktur vor drei Jahren habe sich Tamedia unter dem Dach der TX Group als eigenständiges Unternehmen etabliert. «Tamedia steht für eine hochstehende Qualität im Journalismus und investiert unter anderem in den investigativen Journalismus und den Datenjournalismus. Mit einem Fokus auf die Produktentwicklung und mit Innovationsgeist wurde das digitale Angebot ausgebaut. Für diese wichtige Grundlagenarbeit gebührt speziell Marco Boselli Anerkennung und Dank», wie es in der Mitteilung weiter heisst. Verleger Pietro Supino sagt: «Marco Boselli hat den Fokus auf den Journalismus, die Produktentwicklung und die digitale Distribution gelegt. Er hat wichtige Grundlagenarbeit geleistet, die wir weiterführen wollen.»

Die digitale Transformation werde in der neuen Formation weitergeführt. Zugleich gelte es, Investitionsfelder und Ertragsströme rund um das Kerngeschäft der Publizistik aufzubauen. «Mit dem journalistischen, technologischen und kommerziellen Savoir faire der Mitarbeitenden sowie einer starken Position im attraktiven Schweizer Markt und einer langfristig orientierten Investitionsbereitschaft ist Tamedia dafür unter den führenden Medienhäusern Europas sehr gut aufgestellt», schreibt Tamedia. (pd/tim)



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