12.01.2021

Mediapulse

TV erreicht mehr Zuschauende als im Vorjahr

Während die Radios an Reichweite verlieren, geht die Gattung Fernsehen als Sieger der Corona-Pandemie hervor. SRF und die TV-Regionalsender von CH Media sind zufrieden.
Mediapulse: TV erreicht mehr Zuschauende als im Vorjahr
Von der Corona-Pandemie haben die Fernsehsender profitiert. (Bild: Pixabay)

Im zweiten Halbjahr 2020 verbrachte die Schweizer Wohnbevölkerung ab 15 Jahren pro Tag und pro Kopf 224 Minuten mit der Nutzung von Radio- und TV-Angeboten und damit elf Minuten mehr als im zweiten Halbjahr 2019. Während das Medium Radio zwischen 9 und 19 Uhr Hörer hinzugewinnen konnte, stieg die Nachfrage nach TV-Inhalten im Vergleich zum Vorjahr vor allem in den Abendstunden. Dies belegen die im Auftrag der Stiftung Mediapulse erhobenen Nutzungsdaten für das zweite Semester 2020.

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Während das Fernsehen schweizweit einen Prozentpunkt hinzugewinnt, sinkt die Reichweite des Radios von 81 auf 79 Prozent (persoenlich.com berichtete). Bei der Verweildauer können hingegen beide Gattungen zulegen: das Fernsehen von 196 auf 208 Minuten und das Radio von 112 auf 116 Minuten.

SRF mit positiver Nutzungsbilanz

SRF zieht zu den Nutzungszahlen eine positive Bilanz über ein stark von der Corona-Pandemie geprägtes Jahr 2020, wie es in einer eigenen Mitteilung heisst. SRF 1, SRF zwei und SRF info erreichten 2020 trotz Absage der Sportgrossereignisse insgesamt einen Marktanteil von 30,7 Prozent (Overnight-Wert). In der Primetime, der wichtigsten Sendezeit am Abend, lag der Marktanteil der drei TV-Sender bei 39,7 Prozent. Mit einem Marktanteil von 9,4 Prozent ist SRF 1 bei der Zielgruppe der 15- bis 29-Jährigen führend.

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Corona war laut Mitteilung nicht nur in den Struktursendungen das bestimmende Thema, sondern auch in zahlreichen eigens produzierten Sondersendungen rund um die Pandemie. Zugleich konnten diverse bereits geplante Produktionen oder Liveübertragungen, hauptsächlich im Bereich Sport, nicht fertig produziert beziehungsweise gar nicht oder nur teilweise ausgestrahlt werden. Dies spiegelt sich in den TV-Marktanteilen wider: Durch das über das ganze Jahr konstant hohe Interesse an den Informationsangeboten lag der Marktanteil von SRF 1 mit 22,2 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert (2019: 19,5 Prozent), während SRF zwei durch den zwischenzeitlichen Wegfall des Livesports Marktanteile verlor (2020: 6,4 Prozent; 2019: 9,8 Prozent).

Die Hauptausgabe der «Tagesschau» vom 19. März in den ersten Tagen nach dem schweizweiten Shutdown war mit 1,493 Millionen Zuschauenden die meistgesehene Sendung im Jahr 2020 – und damit die zuschauerstärkste «Tagesschau» seit der Messumstellung im Jahr 2013 (persoenlich.com berichtete). Mit durchschnittlich 811'000 Zuschauenden verfolgten seit 2013 noch nie so viele Menschen die «Tagesschau»-Hauptausgabe wie im vergangenen Jahr. Dabei übertraf die «Tagesschau» 62 Mal die Millionenmarke, vom 12. März bis 9. April gar 29 Tage in Folge.

Mit durchschnittlich 907'000 Zuschauenden war die dritte Folge von «SRF bi de Lüt – Hüttengeschichten» vom 4. Dezember die zuschauerstärkste Sendung von SRF 1 im Jahr 2020, die nicht aus dem Bereich Information stammt.

Wachstum für den TV-Bereich von CH Media

Auch CH Media ist zufrieden mit den Zahlen im zweiten Halbjahr 2020. TeleZüri und die verbundenen regionalen TV-Sender TVO, Tele M1, Tele 1 und TeleBärn wuchsen in der werberelevanten Zielgruppe im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2019 um 17 Prozent (Overnight +7) und der Bereich TV National um 8 Prozent. Die nationalen und regionalen TV-Sender erreichten in den letzten zwölf Monaten zusammen täglich mehr als 1,2 Millionen Personen und damit rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie es in einer Mitteilung von CH Media heisst. Besonders geglänzt habe der Regionalsender TeleZüri, der seinen Marktanteil bei den 15- bis 49-Jährigen «um beeindruckende 101 Prozent» im Vorhalbjahresvergleich habe steigern können.

«Es freut mich enorm, dass die Zuschauenden unsere täglichen journalistischen Leistungen so wuchtig honorieren», wird Oliver Steffen, Chefredaktor TV Regional CH Media, in der Mitteilung zitiert. «Es ist einmal mehr Beweis, dass unsere Regional-TV-Sender mit deutlich geringeren finanziellen Mitteln als die öffentlich-rechtlichen Mitbewerber einen zentralen Beitrag an den Service public leisten – gerade auch in dieser Krise. Besonders stolz macht mich das starke Zuschauerwachstum bei den 15- bis 29-Jährigen. Es zeigt, dass unsere jüngeren Inhalte und neu kreierten Formate den gewünschten Erfolg bringen und bestärkt uns, diesen eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.»

Auch Roger Elsener, Geschäftsführer Entertainment bei CH Media, ist zufrieden: «Ich freue mich über eine derart gute Entwicklung unseres Entertainment-Bereichs im vergangenen Jahr. In diesem herausfordernden Jahr ist dies Beleg für unsere grosse Kompetenz in News und Unterhaltung.» (pd/cbe)



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