26.11.2020

Paulus Druckerei

Verlagshaus baut rund 30 Stellen ab

Die Westschweizer Paulus-Gruppe konzentriert Druckereibetrieb in Bulle. Mit der Schliessung des Werks in Freiburg geht eine 150-jährige Geschichte zu Ende. Syndicom fordert soziale Verantwortung.
Paulus Druckerei: Verlagshaus baut rund 30 Stellen ab
Das Verlagshaus Paulus gibt unter anderen die Zeitung La Liberté heraus. Nun muss im Druck stark gespart werden. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Das Freiburger Verlagshaus Paulus, das unter anderem die Zeitung La Liberté herausgibt, baut rund 30 Stellen in seinem Druckereibetrieb ab. Dieser wird in Bulle konzentriert, wo das Unternehmen fast 3 Millionen Franken investiert.

Die Reorganisation der Paulus-Druckerei in Freiburg wird auf Anfang 2022 umgesetzt. Das Unternehmen begründete sie am Donnerstag mit einem Marktabschwung infolge der Coronakrise. Von den Umstrukturierungen nicht betroffen sind die Werbeagentur und die Zeitungen der Paulus-Gruppe.

Die über das Unternehmen media f betriebene Druckerei produziert heute an vier Standorten in Freiburg, Bulle, Estavayer-le-Lac FR und Montreux VD. Aktuell zählt die Druckerei rund 85 Vollzeitstellen.

Coronavirus-Wirkung

In Bulle will die Paulus-Gruppe rund 50 Arbeitsplätze erhalten. Auch der kleine Standort in Montreux wird weiterbestehen. Die übrigen Standorte werden geschlossen. Die Arbeitsplätze werden durch Frühpensionierungen, natürliche Fluktuation und Entlassungen abgebaut.

Wie alle Schweizer Akteure der grafischen Industrie hat auch der Geschäftsbereich Druck des Medienunternehmens in den letzten Jahren stark unter der Geschäftserosion gelitten. Gründe dafür sind nach Angaben der Paulus-Gruppe hauptsächlich strukturelle Veränderungen. Der Umsatz der Paulus-Druckerei sank im Jahr 2020 um rund einen Fünftel.

Die Pandemie hat nun den Geschäftsrückgang noch weiter verschärft. Das Unternehmen arbeitet mit dem Betriebsrat einen Sozialplan aus, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag bekannt gibt.

Syndicom fordert soziale Verantwortung

Die Mediengewerkschaft Syndicom erinnerte in einer Mitteilung an eine bereits vor drei Jahren durchgeführte Reorganisation, als die vier Druckereien unter das Firmendach von media f kamen und 25 Arbeitsplätze abgebaut wurden.

Die Gewerkschaft forderte am Donnerstag die Paulus-Gruppe und media f auf, ihre soziale Verantwortung als Arbeitgebende wahrzunehmen. Das Unternehmen müsse für die gesamte gesetzliche Dauer eine Kurzarbeitsentschädigung in Anspruch nehmen, um möglichst viele Stellen zu retten.

Weiter müsse auch geprüft werden, wie Entlassungen vermieden werden könnten und es müsse ein guter Sozialplan ausgehandelt werden. Mit der Schliessung der Paulus-Druckerei in Freiburg geht eine 150-jährige Geschichte zu Ende. (sda/eh)



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