11.01.2022

Personalausfälle

Wie Redaktionen mit Omikron umgehen

Immer mehr Personen sind in Isolation oder Quarantäne. Wie viele Ausfälle gibt es aktuell bei der Blick-Gruppe, CH Media, der NZZ, Tamedia und 20 Minuten? persoenlich.com hat aktuelle Zahlen.
Personalausfälle: Wie Redaktionen mit Omikron umgehen
Wer zu Hause in Isolation oder Quarantäne ist, dem bleibt meist nicht viel anderes übrig, als abzuwarten und Tee zu trinken – sprichwörtlich als manchmal auch wortwörtlich. (Bild: Pixabay)
von Christian Beck

Die Covid-Fallzahlen gehen steil nach oben. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Dienstag 24'602 neue Coronavirus-Ansteckungen in den vergangenen 24 Stunden. Dies führt zu immer mehr Ausfällen von Arbeitnehmenden und bei ersten Unternehmen auch schon zu Problemen.

Fehlt eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter wegen der Quarantäne, ist dies gerade im Journalismus meist nicht so tragisch. Viele Medienschaffende sind derzeit ohnehin im Homeoffice tätig. Anders sieht die Situation aus, wenn Mitarbeitende am Coronavirus erkranken und wegen Symptomen nicht mehr arbeiten können.

Bei CH Media sind derzeit – Stand Dienstag – 19 Mitarbeitende an Corona erkrankt. Total beschäftigt CH Media 1800 Mitarbeitende. «Die aktuelle Situation ist bei uns deshalb momentan zum Glück weit weg von kritisch», sagt Kommunikationschef Stefan Heini. «Nichtsdestotrotz beobachten wir die Lage selbstverständlich laufend und reagieren auf die jeweilige Entwicklung.»

Keine konkreten Zahlen gibt es von 20 Minuten und Tamedia. Es gebe derzeit coronabedingte Ausfälle, aber nicht kritisch viele. «Wir halten uns an unser Schutzkonzept und arbeiten, wenn möglich, im Homeoffice», sagt Sprecherin Eliane Loum-Gräser.

Die Frage nach der Anzahl von Fällen lässt die NZZ-Kommunikationschefin Karin Heim unbeantwortet und schreibt: «Unsere Redaktionen sind im Homeoffice. Jene Abteilungen, die vor Ort sein müssen, arbeiten im Wechselbetrieb.»

«Niemand beklagt schwere Symptome»

Auskunftsfreudiger ist die Blick-Gruppe. «Seit Anfang Jahr sind acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Blick-Gruppe an Covid-19 erkrankt», so Blick-Sprecher Daniel Riedel. «Glücklicherweise sind alle Krankheitsverläufe sehr milde – und niemand beklagt schwere Symptome. Die redaktionellen Arbeits- und Produktionsprozesse sind gut gewährleistet.»

Die Besetzung im Blick-Newsroom sei im Dezember 2021 entlang der durch den Bund verhängten Homeoffice-Pflicht wieder auf einen Minimalbestand reduziert worden. «Nur Kernteams arbeiten noch direkt vor Ort – mit Maskenpflicht und gemäss 2G-Konzept», so Riedel. «Ausserdem wird darauf geachtet, dass Leitungspositionen nicht doppelt anwesend sind, sodass im Infektionsfall keine Position komplett ausfällt.»

Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeite aus dem Homeoffice. Riedel: «Eine Praxis, die sich schon während vorheriger Infektionswellen bewährt hat.» Sollten die Infektionszahlen weiter steigen, würde bei der Blick-Gruppe ein Notfallkonzept installiert, dessen Anwendung aufgrund der überschaubaren Covidfälle zurzeit nicht notwendig sei.

Die Zahlen dürften tatsächlich noch weiter steigen. Nach Schätzung der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes dürfte der Höhepunkt der Omikron-Welle in rund zwei Wochen erreicht sein, wie es an einer Medienkonferenz vom Dienstag hiess.



Newsletter wird abonniert...

Newsletter abonnieren

Wollen Sie Artikel wie diesen in Ihrer Mailbox? Erhalten Sie frühmorgens die relevantesten Branchennews in kompakter Form.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Kommentarfunktion wurde geschlossen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Zum Seitenanfang20220817

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.