24.11.2021

Hilfe für Medien

Zwei Millionen Franken Nothilfe für Tamedia

Die Zeitschrift Saldo macht öffentlich, welche Medien die Corona-Nothilfe des Bundes beansprucht haben. Bundesrat und das Parlament haben seit Beginn der Pandemie 98 Millionen Franken für die privaten Medien gesprochen.
Hilfe für Medien: Zwei Millionen Franken Nothilfe für Tamedia
Die Tages-Anzeiger-Redaktion wurde während der Pandemie auch durch Bundesgelder finanziert. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

30 Millionen Franken für private Radio- und TV-Veranstalter, 12,5 Millionen Franken für indirekte Presseförderung, 10 Millionen Franken für die Nachrichtenagentur sowie 5 Millionen Franken für grössere Tages- und Wochenzeitungen – so sah das erste Notpaket für die Medien aus, das im Mai 2020 vorgestellt wurde (persoenlich.com berichtete). Nun hat die Konsumentenzeitschrift Saldo beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) Zahlen angefordert.

Laut dem Bericht hätten 147 Zeitungen 10,2 Millionen Franken in den sechs Monaten von Juni bis November 2020 erhalten. Spitzenreiter sei der Blick mit 978'604 Franken, gefolgt von der NZZ mit 431'403 Franken und dem Tages-Anzeiger mit 375'534 Franken. «Sogar Roger Köppels staatskritische Weltwoche nahm 154'655 Franken vom Bund entgegen», heisst es im Saldo-Artikel.


Im erwähnten Zeitraum seien 45 Prozent der Corona-Gelder für Zeitungen an die vier grossen Verlagshäuser Tamedia, CH Media, Ringier und NZZ geflossen. So habe Tamedia insgesamt 2 Millionen Franken erhalten, CH Media 1,1 Millionen Franken, Ringier 984'000 Franken und die NZZ 447'000 Franken.

Der Bundesrat hat die Unterstützung für Zeitungen bereits zweimal verlängert. Sie läuft mindestens bis Ende Jahr. Insgesamt genehmigte der Bund laut Saldo Pressesubventionen von 38 Millionen Franken. Hinzu kämen inzwischen 60 Millionen Franken für die privaten Radio- und TV-Sender sowie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA. (cbe)



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Kommentare

  • Sebastian Renold, 26.11.2021 11:26 Uhr
    Die Eigentümer-Familien von Tamedia und Ringier werden in der jüngsten Sonderausgabe der Zeitschrift "Bilanz" zu den reichsten Schweizern gezählt. Beide Familien, Coninx und Ringier, werden von der «Bilanz» jeweils in der Bandbreite 1,5 - 2 Milliarden Franken platziert. Und da stellt man sich beim Staat noch um "Nothilfe" an...!
  • Rudolf Penzinger, 24.11.2021 13:48 Uhr
    Mit anderen Worten: Fast die Hälfte der Corona-Mediengelder (Steuergelder!) ist in die Taschen von Milliardärs-Häusern geflossen (die Subventionen für die Disk-Jockey-Radios und -Fernsehsender noch nicht inbegriffen). Das muss man sich für nächstes Jahr merken: (Abstimmungs-)Wahltag ist Zahltag!

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