20.08.2024

HWZ-Studie

Klimakommunikation lässt oft noch zu Wünschen übrig

Viele Schweizer Unternehmen zeigen Defizite bei der Klimakommunikation und laufen daher Gefahr, ihre Reputation zu gefährden. Dies zeigt eine neue Studie des Center for Research & Methods der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich.

Trotz klaren politischen Vorgaben und öffentlichem Druck fehle es in den Unternehmen vielfach an Transparenz und Klarheit bei der Berichterstattung über Klimaschutzmassnahmen, schreibt die HWZ in einer Mitteilung zu der neuen Studie.

«Für international bekannte Unternehmen ist dies ein Spiel mit dem Feuer. Vor dem Hintergrund einer immer stärker auf den Klimawandel sensibilisierten Öffentlichkeit und sich verschärfender gesetzlicher Massnahmen müssen Unternehmen die Klimakommunikation deutlich verbessern», wird Prof. Dr. Claude Meier, Leiter Center for Research & Methods HWZ und Autor der Studie, in der Mitteilung zitiert.

In den letzten Jahren hat die Schweiz weitreichende Instrumente und Anreize zur Emissionsminderung eingeführt. Am 1. Januar 2024 ist zudem die Pflicht zur Klimaberichterstattung in Kraft getreten. Diese Rahmenbedingungen verlangen von Unternehmen eine effektive und glaubwürdige Kommunikation ihrer Klimaschutzbemühungen, die nun die HWZ im Detail untersucht hat.

Die Studie gliedert die Unternehmen in solche mit geringem, mittlerem und hohem Reputationsrisiko bezüglich der Klimakommunikation.

Holcim an der Spitze

Ein geringes Reputationsrisiko sieht die Studie etwa bei Holcim. Der Baustoffgigant zeichne sich durch vorbildliche Klimakommunikation aus und zwar in den Nachhaltigkeitsberichten wie auch in den sozialen Medien, schreibt die HWZ in einer Medienmitteilung. Allerdings, so Professor Meier, stehe für Holcim mit seinem sehr hohen CO2-Ausstoss im Kerngeschäft die Thematik des klimafreundlicheren Produzierens stark im Vordergrund. Dies begünstige auch, dass Holcim der Klimakommunikation einen hohen Stellenwert einräumt. Auch andere international tätige Unternehmen wie Swiss Re, Nestlé, Swisscom und Credit Suisse zeigen gute Ansätze, insbesondere in ihren Nachhaltigkeitsberichten. Allerdings besteht bei ihnen Nachholbedarf, besonders in sozialen Medien.

Zu den Unternehmen mit mittlerem Reputationsrisiko zählen Konzerne wie Novartis, ABB und Migros. Sie zeigten in ihren Berichten eine durchschnittliche bis gute Kommunikationsleistung, hätten jedoch ebenfalls Defizite in sozialen Medien, so die HWZ-Studie. Diese Unternehmen müssen detailliertere und häufigere Informationen bereitstellen, um mögliche Reputationsrisiken zu minimieren.

Landi, Securitas, Zweifel mit Potenzial

Zur schwächsten Gruppe zählen Unternehmen wie Landi, Securitas und Zweifel. Sie kommunizieren kaum über ihre Klimaschutzmassnahmen, weder in Berichten noch auf sozialen Medien. Diese Unternehmen sind besonders anfällig für Greenhushing-Vorwürfe und müssen dringend ihre Kommunikationsstrategien verbessern.

«Die Ergebnisse verdeutlichen, dass vermehrt eine präzisere und intensivere Klimakommunikation erforderlich ist. Unternehmen sollten detaillierte und umfassende Informationen sowohl in Berichten als auch in sozialen Medien bereitstellen, um Reputationsrisiken zu minimieren und marktrelevante Glaubwürdigkeit zu stärken», betont Prof. Dr. Claude Meier.


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