02.08.2022

Brasserie Federal

Lokal muss Schweizer-Wappen-Logo ändern

Das Wappen im Logo des Lokals muss nach einem Gerichtsentscheid entfernt werden – neu wird es eine Schweizer Flagge zieren. Auf der Homepage und der Menukarte musste die Brasserie Federal das neue Logo per sofort anpassen, wie einem Medienbericht zu entnehmen ist.
Brasserie Federal: Lokal muss Schweizer-Wappen-Logo ändern
Muss entfernt werden: Das Schweizer Wappen im Logo der Brasserie Federal. (Bild: Screenshot NZZ-ePaper, Annick Ramp/NZZ)

Über Jahre war es das Logo der Brasserie Federal im Zürcher Hauptbahnhof – das Schweizer Wappen. Dessen Verwendung für geschäftliche Zwecke ist jedoch seit 2017 verboten, als das Bundesgesetz über den «Schutz des Schweizer Wappens und anderer öffentlicher Zeichen» in Kraft gesetzt wurde. Deshalb muss das Lokal nun sein Logo anpassen, wie die NZZ berichtet.

Das bisherige Logo der Brasserie Federal prangt unter anderem auf dem Briefpapier, den Biergläsern, den Servietten, den Uniformen des Personals, den Scheiben zur Bahnhofhalle, den Glastrennwänden zwischen den Tischen, dem im rechten Winkel zur Fassade angebrachten Wirtshausschild.

Die Homepage und die Menukarte mussten sofort angepasst werden – das Logo ziert nun eine wehende Schweizer Flagge. Inspiriert wurde die neue Gestaltung durch ein Plakat zur Landi 1939, das in einem Büro des Unternehmens hängt, wie es in der NZZ weiter heisst. Die übrigen Gegenstände werden in den nächsten zwölf Monaten allmählich ersetzt, wofür ein Zeitplan eingereicht werden musste.

Umstellung kostet rund 150'000 Franken

Brasserie-Wirt Reto Candrian schätzt die Kosten für die Umstellung laut Zeitungsbericht auf rund 150'000 Franken. Das Gastrounternehmen betreibt neben den Restaurants im HB mit gleichem Logo eine weitere Brasserie nah beim HB und eine in Oerlikon. Der Zweck des Gesetzes sei, den guten Ruf der Schweiz zu schützen, so Candrian gegenüber der NZZ. Nun werde ihm Missbrauch des Schweizer Wappens vorgeworfen.

Dabei habe das Unternehmen alles richtig gemacht, so die NZZ weiter. 2018 reichte es beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) fristgerecht das Gesuch ein, das Logo weiter verwenden zu können. Ende 2019 lehnte das zuständige Justiz- und Polizeidepartement dies ab.

Candrian zog vors Bundesverwaltungsgericht, das die Beschwerde 2020 abwies. Im ersten Pandemiejahr sei im Fokus gestanden, das Überleben der Gastronomiebetriebe zu sichern, so Candrian gegenüber der NZZ. In dieser Krise sei das Urteil vergessen gegangen und die Frist, um es weiterzuziehen, sei ungenutzt verstrichen. Das IGE habe sich danach jedoch kulant gezeigt und ihm Zeit gegeben, wird Candrian von der Zeitung zitiert. (tim)



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