Premiere lockt rund 160 Fachleute nach Bern

Newsroom Summit - Die neue Konferenz zu Organisationsmodellen in der Unternehmenskommunikation war Wochen im Voraus ausverkauft. Im Oktober 2027 folgt die Fortsetzung in Zürich.

Rund 160 Kommunikationsfachleute haben am Mittwoch in Bern den ersten Corporate Newsroom Summit besucht. Laut den Veranstaltern war die halbtägige Konferenz rund drei Wochen vor dem Termin ausgebucht. Die Gäste kamen gemäss Mitteilung aus mehreren Landesteilen und aus Deutschland. Man hätte noch 10 bis 15 Tickets mehr verkaufen können, so Mitgründerin Martina Rettenmund in der Mitteilung. Das Organisationskomitee habe den Rahmen aber bewusst klein gehalten, damit genug Zeit fürs Netzwerken bleibe.

Hinter dem Anlass stehen Stephan Weber (Axpo), Michael Blum (BKW), Benjamin Blaser von der Berner Agentur Newsroom Communication und Martina Rettenmund (früher SBB, heute Bio Suisse). Axpo, BKW, SBB und Newsroom Communication traten als Gründungspartner der Veranstaltung auf (persoenlich.com berichtete).

Blaser hatte im Frühling das Fehlen eines physischen Branchentreffs als Grund für die Lancierung genannt. Der Austausch finde häufig auf LinkedIn oder am Rand anderer Veranstaltungen statt, «oft eher zwischen Tür und Angel». Weber hatte den Bedarf im September gegenüber persoenlich.com damit begründet, dass es zwar viele Konferenzen gebe, etwa zu KI oder zur internen Kommunikation, aber keine zu Organisationsmodellen.

Ein Schwerpunkt des ersten Corporate Newsroom Summits galt dem Verhältnis von Unternehmens- und Medien-Newsroom. Stephanie Jutzi, Leiterin Kommunikation und Public Affairs der SRG, berichtete über den neu aufgestellten, überregionalen Newsroom des Medienunternehmens. Teams aus verschiedenen Sprachregionen in eine gemeinsame Arbeitsweise einzubinden, sei eine grosse Herausforderung. «Das Denken in Rollen muss gelernt werden», sagte Jutzi gemäss Mitteilung. Ähnlich hatte sich Weber im September geäussert: «Der Newsroom ist ein Mindset, keine Möblierung.» Die Breakout-Sessions behandelten Kulturwandel, KI, den Aufbau von Newsroom-Strukturen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Newsroom im Journalismus.

Auf dem abschliessenden Podium sassen neben Jutzi der deutsche Kommunikationswissenschaftler Christoph Moss und Diana Ingenhoff von der Universität Freiburg. Ingenhoff ist Mitautorin einer im August veröffentlichten Studie der Universitäten Freiburg und Bern sowie der Hochschule Luzern. Demnach arbeiten sieben von zehn der 216 befragten Kommunikationsverantwortlichen in Organisationen mit Newsroom-Strukturen. Den Abbau von Silos, ein zentrales Versprechen des Modells, konnte die Studie hingegen nicht belegen. Mitfinanziert haben die Untersuchung unter anderem die SBB und die Axpo. Newsroom Communication war Praxispartnerin.

Wie Weber bereits angekündigt hatte, findet die zweite, grössere Ausgabe in Zürich statt. Nun steht das Datum fest: Dienstag, 26. Oktober 2027. «Wir wollten in Bern beginnen und schauen, was passiert», so Blaser in der Mitteilung. Wie gross die nächste Ausgabe wird, lässt die Mitteilung offen. Mit möglichen Partnern liefen Gespräche, so Mitgründer Michael Blum. (pd/nil)