Die Schlacht ist geschlagen, der Pulverdampf verzogen. Die SRG, als letztes mediales Reduit, hat auch den Angriff von vergangener Woche fast schadlos überstanden, obwohl die Prognosen anfänglich alles andere als günstig waren. Damit ist die SRG endgültig zu einem Love Brand geworden, so wie die SBB oder die Migros; nur ohne Cumuluspunkte, dafür mit vergünstigten Konzessionsgebühren, Albert Rösti sei Dank. Nach dem letzten Wochenende könnte SRG-Generaldirektorin Susanne Wille eigentlich abtreten: Sie hat ihre Aufgabe famos erfüllt. Ganz in der Tradition der anderen Generale, Guisan und Wille, dem Ersten. Wobei sie mit diesem nicht verwandt sei.
Für die SRG war dies ein wichtiger Sieg und eine Verschnaufpause vor der nächsten Abstimmung, die sicher irgendwann kommen wird, gemäss der Devise: «Täglich grüsst das Murmeltier.» Obwohl die SRG-Kritiker nach dem klaren Resultat vom Wochenende zähneknirschend zur Kenntnis nehmen müssen, dass es zu ihrer Lebenszeit wohl ein Ding der Unmöglichkeit sein wird, die Festung SRG zu schleifen. Doch gerade dies zeichnet Love Brands aus, Credit Suisse oder noch besser die Swissair waren lediglich die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Denn solange über die SRG gestritten wird, existiert sie. Das Problem besteht nur darin, dass man mehr über die Zukunft der SRG diskutiert als über die Gegenwart. Und das sind ihre Programme.
Matthias Ackeret ist Verleger und Chefredaktor von persönlich und persoenlich.com.
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16.03.2026 06:14 Uhr
15.03.2026 12:46 Uhr



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SRG: Das mediale Reduit