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God bless America!

Eine kleine Onlinezeitung aus dem Solothurnischen wagt den Aufstand. Soaktuell.ch, so der Name des Internetportals mit Gratisnews aus dem Mittelland, weigert sich, Werbung amerikanischer Firmen aufzuschalten. Damit wolle man – ausgelöst durch die hohen Zölle – jegliche Abhängigkeiten von Amerika reduzieren. Wie viele Werbetreibende bereits abgewiesen wurden, bleibt unklar, höchstwahrscheinlich waren es weniger, als es Trump-Anhänger in Grönland gibt. Ein Winkelried, der gegen eine Übermacht ankämpft, ohne dass diese überhaupt wahrgenommen wird.

Heikel wird es, wenn die kommerzielle Sippenhaftung Schule macht. In der Schweiz existieren rund 1300 amerikanische Firmen mit 100'000 Arbeitsplätzen. Oder anders gefragt: Was können diese Niederlassungen von Ralph Lauren oder McDonald’s für Donald Trumps Politik?

Erschwerend kommt dazu, dass man in Zeiten, in denen sich viele Medien über schwindende Werbeeinnahmen beklagen und nach staatlicher Unterstützung dürsten, froh sein darf, wenn Firmen wie Nike, Coca-Cola oder Microsoft Werbung schalten. Die US-Techgiganten Google oder Facebook machen es nicht. Hingegen zügeln sie ein Drittel aller Schweizer Werbegelder ab. Eine Werbekampagne gibt es trotzdem nicht. Was einzig soaktuell.ch freuen dürfte.


Matthias Ackeret ist Verleger und Chefredaktor von persönlich und persoenlich.com.

 

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