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Heimlicher Kanzlermacher

Matthias Ackeret

«Nur ein Lächeln», sang Udo Jürgens. Seit der Flutkatastrophe dürfte es kaum mehr zum Lieblingslied von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet werden. Sein Grinsen während Bundespräsident Steinmeiers Betroffenheitsrede könnte ihm den Eintritt ins Kanzleramt vermasseln. Oder zumindest seine Reputation als Krisenmanager. Laut einer Umfrage halten ihn die meisten Deutschen seither als krisenunfähig.

Was ein Bild im Bild nicht alles bewirkt, dagegen kann man noch lange in Gummistiefeln im Hochwasser rumwatscheln oder PR-Profis engagieren. Nicht einmal die Tatsache, dass später auch noch der Bundespräsident lachte, mochte den Fauxpas wettmachen. Erstaunlich nur, dass ausgerechnet Bild – früher das Bollwerk der Rechten – Laschets Grinsen zum Hauptthema machte. Dessen Glück, dass seine grösste Widersacherin, Annalena Baerbock, von einer Flutwelle von Vorwürfen eingedeckt ist. So stark, dass sie sich nicht einmal mehr bei ihrem Kernthema die Gummistiefel anzog, um über die Klimakrise zu sinnieren.

Was eines zeigt: Im Duell Grinser gegen Plagiatorin liegt ersterer vorne. Und Bild ist wieder die absolute Meinungsmacht in Deutschland. Seit dem Internet sogar noch stärker als in den Siebziger- und Achtzigerjahren. Chefredaktor Julian Reichelt ist somit zum heimlichen Kanzlermacher Deutschlands geworden. Er selbst kennt sich in medialen Attacken aus. Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung hat er überlebt. Sein Glück: Sie kamen nicht von Bild, nur vom «Spiegel».

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