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Hoffnung für Schlachtferkel

Matthias Ackeret

Wird die Lage aussichtslos, so flüchtet man in Ironie. So auch beim Streit mit der SRG um die Online-Werbung. Sollten die Verleger, so warnte der Chef der Schaffhauser Nachrichten, Norbert Neininger, mit der SRG ein Joint-Venture eingehen, dürfe die Arbeitsteilung nicht so enden wie diejenige von Metzger und Schwein bei der Produktion von Speck. Damit gehört Neininger noch zu den Optimisten: Für viele seiner Branchenkollegen, wie NZZ-CEO Polo Stäheli oder Tamedia-Verleger Pietro Supino, ist eine Zusammenarbeit mit der SRG tabu. Dabei leben selbst Schlachtferkel nach der Devise, wonach die Hoffnung zuletzt stirbt. Vorbei mit der Harmonie zwischen Verlegern und SRG, die dank Gebührenzahlungen an serbelnde Privatstationen noch wohliger wurde. Bundesrätin Leuthards magistraler Appell zur Versöhnung konnte die erstarkte Verlegersolidarität überhaupt nicht schwächen. Im Gegenteil.  Mitte dieser Woche kündeten die Grossverlage NZZ, Ringier und Tamedia die Gründung einer gemeinsamen Online-Verkaufs-Firma an, die drei Viertel des Marktes abdeckt. Obwohl kartellrechtlich fraglich, ist es kaum jener Kompromissvorschlag, welches die Medienministerin an der Verlegertagung in Flims zum Jahresende eingefordert hatte. Weihnachtswunder sind selten geworden, Kampfansagen dafür häufiger. Der strittige Werbekuchen betrage lediglich 30 Millionen Franken, höhnte Weltwoche-Medienspezialist Kurt W. Zimmermann. Was Zimmermann übersah: Mittlerweile geht es in diesem Konflikt weniger ums Geld, als ums Prinzip. Zu lange glaubten die Verleger, sie seien - um in der Neiningerschen Diktion zu bleiben - die Specklieferanten der SRG gewesen. SRG-Generaldirektor Roger de Weck sieht sich zum Jahresende in der gleichen Rolle wie sein Nichtidol Christoph Blocher im Zürcher Ständeratswahlkampf: Alle gegen einen. Obwohl die Chance wächst, dass am Ende wieder einmal die SRG siegt. Mit Frau Leuthards Segen und ein bisschen Schwein.
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