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Causa Fischer: Stossgebete aus Leutschenbach

Es ist zweifelsohne der Scoop der Woche: Der gestürzte Eishockeynationaltrainer und Nationalheilige Patrick Fischer legt eine gute Woche nach der Eishockeyweltmeisterschaft seine Sicht der Dinge dar. Nicht auf SRF, nicht in der Ringierpresse, sondern aus den Tiefen des Netzes: auf YouTube.

Im Gespräch mit Ex-Blick-Chefredaktor Peter Röthlisberger nimmt Fischer erstmals nach seinem Sturz Stellung: emotional, charismatisch und auch angriffig. Im Visier die SRG, der er vorwirft, vorsätzlich die Off-the-Record-Vereinbarung gebrochen zu haben. Auch wenn SRF dies bestreitet, wird einem klar, dass es sich dabei am Ende um Buchstabenklauberei handelt, bei der jedermann die Übersicht verloren hat.

Auch hier gilt: Der Schein und weniger das Sein bestimmt das Bewusstein. Die Sympathie dürfte spätestens nach diesem Interview bei Fischer liegen. Am Leutschenbach dürfte man vielmehr Stossgebete gegen den Himmel senden, dass die Halbierungsinitiative bereits beerdigt ist. Ausgerechnet Volksheld Fischer wäre möglicherweise derjenige gewesen, der die SRG hätte ins Unglück stürzen können. So wie er die Schweiz zu Weltmeistern gemacht hätte. Doch der Konjunktiv ist eine unzuverlässige Konstante. Aber vielleicht ist dies gar nicht so relevant. SRF – als Gradmesser des Service public – hat als einziges Medium auf seiner Newsseite erst am Abend über das Interview berichtet.*


Matthias Ackeret ist Verleger und Chefredaktor von persoenlich.com.

* Dieser Blog wurde am Dienstagabend um 17.30 Uhr bei persoenlich.com aufgeschaltet. SRF hat am Abend – also nach Erscheinen dieses Blogs - in der «Tagesschau» und in anderen Gefässen ausführlich über das Interview mit Patrick Fischer berichtet. Dies zur Klarstellung.

 

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KOMMENTARE

Nicole Bertsch
10.06.2026 14:48 Uhr
Jetzt hat Fischer noch meine letzten Sympathien vergeben. Feige, uneinsichtig und verlogen. Statt sich zu entschuldigen für eine Straftat und seine arbeitsrechtlichen Verfehlungen dem Verband gegenüber konstruiert er weiterhin einen anderen Schuldigen. Fischer ist nicht das Opfer. Er ist mehrfacher Täter!
Oliver Fischer
10.06.2026 09:01 Uhr
Also wer NACH dem Interview die Sympathien noch bei Fischer hat, hat ja gar nichts kapiert. Für mich hat Fischer damit endgültig jegliche Sympathie, die man, trotz seiner Verfehlungen womöglich noch hatte, verspielt. Keinerlei Einsicht, dass er womöglich ja doch einen Fehler - oder ev. sogar mehr als einen - gemacht haben könnte, fehlt. Stumpfes und Stures auf seinem verzerrten Selbstbild verharren und jegliche Schuld abschieben an einen Journalisten rsp. dessen Arbeitgeber. Und dass Sie Herr Ackeret auch noch auf Fischers uneinsichtiges reinfallen und ihn immer noch als charismatisch und angriff positiv bewerten, spottet jeglicher journalistischer Qualitätsansprüche, die Sie hier so hehr zu verteidigen meinen. Schade.
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