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Service public: Wenn der Postmann zweimal klingelt …

Vor genau 25 Jahren hielt ich in Dietlikon meine erste 1.-August-Rede. Da ich mich nicht auf patriotische Worthülsen beschränken wollte, empfahl mir mein Vater, über den geplanten Poststellenabbau zu sprechen, der gerade aktuell war. Ich folgte dem väterlichen Rat und setzte mich engagiert für deren Beibehaltung ein: als Bekenntnis zum berühmten Service public. Das Thema war ein voller Erfolg. Am diesjährigen 1. August sprach ich in der Nachbargemeinde Dübendorf. Und wieder kritisierte ich den geplanten Poststellenabbau, der – trotz aller Weltkonflikte – immer noch ein Thema ist. Gerade in Randgebieten stösst dieser – wie diese Zeitung zuerst berichtete – auf grossen Unwillen. Auch in Dübendorf erhielt ich Zustimmung.

Höchstwahrscheinlich sind sich die Post-Verantwortlichen gar nicht bewusst, welche Gefühle die gelben Briefkästen und Schalter trotz Digitalisierung und künstlicher Intelligenz landesweit immer noch auslösen. Dass mangelhafte staatliche Leistungen das Selbstbewusstsein eines Volkes lädieren, beweisen die chronischen Zugverspätungen in Deutschland. Gerade Service-public-Unternehmen sollten sich nicht ausschliesslich an wirtschaftlichen Massstäben orientieren, darum sind sie solche. Dies zeigte sich schon bei der Absetzung des Gesellschaftsmagazins «G&G», wogegen auch solche protestierten, die die Sendung gar nicht schauten. Sowohl für Post als auch für Leutschenbach gilt also die alte Filmweisheit: Es ist besser, der Postmann klingelt zweimal als keinmal.



Matthias Ackeret ist Verleger und Chefredaktor von persönlich und persoenlich.com.

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KOMMENTARE

Victor Brunner
03.08.2025 21:03 Uhr
"Service-public" heisst "wir können tun und lassen was wir wollen, Kunden interessieren uns nicht. Bei der Post wir schliessen Filialen bauen beim Zustelldienst ab! Bei SRG wir bauen die Administration aus, werfen beliebte Sendungen aus dem Programm überfluten dafür die Zuschauenden mit Wiederholungen bis die Leute den Text aus dem Stegreif aufsagen können. Und die Politik, vor allem die Gralshüter des Service-public die Linke schweigt. Grosse Worte nur wenn Entlassungen ihrer Klientel anstehen die zahlenden Kunden interessiert sie nicht.
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