11.07.2012

Soziale Medien

Als Neonazi-Plattformen genutzt

Rechtsextreme Aktionen auf Twitter zugenommen.

Rechtsextreme in Deutschland nutzen zur Verbreitung ihrer Propaganda immer stärker Internet-Plattformen wie Facebook, Youtube und Twitter. 2011 gab es insgesamt 629 Hinweise anderer Internetnutzer auf rechtsextreme Aktivitäten in diesen sozialen Netzwerken.

Damit hat sich die Zahl der Beschwerden über Angebote auf diesen Seiten von 2008 bis 2011 mehr als verdreifacht. Dies ist das Ergebnis einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie der deutschen Zentrale für politische Bildung, der Online-Beratung gegen Rechtsextremismus und der Organisation jugendschutz.net. Besonders stark wuchsen den Angaben zufolge die Aktivitäten von Rechtsextremen im Kurznachrichtendienst Twitter: Dort verdoppelte sich die Zahl der von Neonazis betriebenen Kanäle binnen einen Jahres von 73 auf 141.

Wie der Jahresbericht von jugendschutz.net ferner ergab, führte die dem Zwickauer Neonazi-Trio zugeschriebene Mordserie zu einer Vielzahl von Interneteinträgen. Binnen drei Wochen nach Beginn der Berichterstattung über die zehn Morde habe es alleine im von Rechtsextremen betriebenen Thiazi-Forum mehr als 1500 Postings gegeben.

Darin seien unter anderem der rechtsextreme Terror bezweifelt sowie die Gewalttaten gutgeheissen und die Opfer verhöhnt worden. Der Präsident der Zentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, sprach von einem "Nährboden" für rechtsextreme Gewalt und Terrorismus. Laut der Studie wurden 2011 rund 3700 Videos, Profile und Kommentare rechtsextremen Inhalts gesichtet. Die Rechtsextremen würden immer gewiefter und aggressiver um Nachwuchs werben, sagte dazu Stefan Glaser, Experte für Rechtsextremismus bei jugendschutz.net. (sda/dpa)


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