17.11.2021

Regulierung von Plattformen

Bundesrat will breite Diskussion

Die Landesregierung lässt prüfen, ob Internet-Giganten wie Facebook und YouTube in der Schweiz stärker reguliert werden sollen. Dass Plattformen hierzulande bisher keinen Sorgfaltspflichten per Gesetz unterliegen, bedrohe über kurz oder lang die Qualität des journalistischen Angebots.
Regulierung von Plattformen: Bundesrat will breite Diskussion
Derzeit seien die Praktiken von Plattformen wie Facebook und YouTube intransparent, bemängelt der Bundesrat. (Bild: Keystone/DPA/Franz-Peter Tschaune)

Die Bundesrat hat an seiner Sitzung vom Mittwoch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) beauftragt, bis Ende 2022 entsprechende Möglichkeiten aufzuzeigen. Die Notwendigkeit, die Bevölkerung vor Desinformation und Hassreden im Internet zu schützen, erfordere eine breite Diskussion, schrieb die Landesregierung in ihrer Mitteilung. Soziale Medien gewännen für die Meinungsbildung zunehmend an Bedeutung. Zugleich gälten für Betreiber von Internetplattformen anders als für traditionelle Medien keinerlei journalistische Standards.

Der Bundesrat stützt sich in seinen Ausführungen auf einen Bericht des Bakom. Er verwies in seinem Communiqué darauf, dass in der Schweiz bis anhin keine Pläne bestünden, Plattformbetreibern per Gesetz Sorgfaltspflichten aufzuerlegen ­anders als in der EU und in den USA.

Gefährdete Vielfalt 

Dies bedrohe über kurz oder lang die Qualität des journalistischen Angebots. Schon heute nehme in den Nachrichtenmedien die Vielfalt ab, die Berichterstattung konzentriere sich auf immer weniger Themen und Länder.

Handlungsbedarf sieht die Landesregierung auch im Hinblick auf die Rechte der Nutzerinnen und Nutzer. Heute seien die Praktiken der Plattformbetreiber intransparent.

Es sei etwa nicht klar, warum jemand bestimmte Inhalte zu sehen bekomme oder nach welchen Kriterien Löschentscheide gefällt würden, monierte der Bundesrat. Zugleich anerkannte er, dass die neuen Technologien auch Chancen für eine Demokratisierung der öffentlichen Kommunikation böten, da es einfacher werde, sich an der Debatte zu beteiligen und zu vernetzen. (sda/tim)



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