15.09.2023

Parlameter

Bürgernähe der Schweizer Politik vermessen

Fakten statt Worte: Das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik lanciert eine neue interaktive Datenbank.
Parlameter: Bürgernähe der Schweizer Politik vermessen
Der sogenannte «Parlameter» vermisst die Schweizer Politik und soll sie so transparenter machen. (Bild: Pixabay)

Das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) unter der Leitung von Christoph Schaltegger und René Scheu lanciert eine neue interaktive Datenbank zur Bürgernähe der Schweizer Politik. Wie das Institut in einer Mitteilung schreibt, kann mit dem «Parlameter» erstmals anhand von Fakten und nicht von Worten gemessen werden, wie nahe eidgenössische Parlamentsmitglieder und Parteien an den Bürgern politisieren.

Der wichtigste Aspekt sei, dass sich der Parlameter nicht auf Wahlversprechen abstütze. Um die politische Übereinstimmung zwischen Bürgern und Parlamentariern zu messen, vergleiche der Parlameter die Resultate eidgenössischer Volksabstimmungen mit den Schlussabstimmungen in National- und Ständerat. Je häufiger Stimmbürger und Parlamentsmitglieder gleich abstimmen, desto grösser ist die Übereinstimmung, also die Bürgernähe.

Mit dem Modus «Mein-Match» kann jeder Benutzer überprüfen, welche Mitglieder von National-und Ständerat die eigenen politischen Ansichten vertritt. «Das Geniale am Parlameter ist, dass der Benutzer selbst entscheidet, was für ihn gute Vertretung ausmacht. Das IWP will keine Bewertung von Politikern vornehmen, es schafft lediglich Transparenz. Wir geben dem Benutzer ein Tool, um sich selbst zu informieren», sagt Marco Portmann, Bereichsleiter Institutionen beim IWP, gegenüber persoenlich.com. Der Parlameter erlaubt darüber hinaus mit anderen Funktionen noch weitere Erkundungsmöglichkeiten rund um Bürgernähe und Vertretung der Schweizer Politik.

Das IWP, erklärt Portmann, schliesse damit eine wichtige Lücke für eine vernachlässigte Interessengruppe: «Der Gewerbeverband erstellt ein KMU-Rating, die Umweltallianz ein Umweltrating. Alle gut organisierten Interessengruppen wissen, welcher Parlamentarier in ihrem Sinne abstimmt. Nur der normale Bürger bleibt dabei in der Regel auf der Strecke.» Der Parlameter will diese Lücke schliessen. (pd/cbe)


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