Das Live-Streaming-Videoportal Twitch, das vorrangig zur Übertragung von Videospielen und zum Interagieren mit Zuschauern im Chat genutzt wird, probiert eine TikTok-ähnliche Methode zum Durchsuchen von Inhalten aus, wie es in einer Mitteilung heisst. Das zu Amazon gehörende Unternehmen experimentiert mit einer Funktion, die Clips in einem neuen vertikal scrollenden Feed anzeigt, den es «Discovery Feed» nennt.
Der Feed zeigt Clips von Twitch-Creators, zunächst allerdings nur horizontale. Laut Twitch werden Benutzerinnen und Benutzer auch vertikale Clips sehen «wenn sich der Feed weiterentwickelt». Der Discovery Feed enthält derzeit sowohl «Featured»-Clips, in denen Creators markieren können, welche ihrer Clips in den «Featured»-Pool aufgenommen werden sollen, als auch beliebte Clips.
Twitch schliesst sich gemäss Mitteilung Unternehmen wie Spotify und Reddit an und führt ein TikTok-ähnliches Format ein. Das Streaming-Unternehmen hat den Discovery Feed im Juli als eine der bevorstehenden Funktionen für Clips angekündigt, einschliesslich der Möglichkeit, Clips direkt nach TikTok zu exportieren.
Ein vertikal scrollender Video-Feed ist nicht die einzige Funktion anderer Social-Media-Netzwerke, die von Twitch aufgenommen werden. Das Unternehmen gab im Juli ausserdem bekannt, dass es plant, Stories auf die Plattform zu bringen. Twitch-Creators fordern seit Langem, mehr Funktionen zu entwickeln, die ihnen helfen, eine Fangemeinde aufzubauen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Anders als auf einer vollständig algorithmischen Plattform wie TikTok, haben Twitch-Streamer gemäss Mitteilung relativ wenige Möglichkeiten, neue Follower und Abonnenten zu generieren. «Der Aufwand der Plattform, eine regelmässige Zuschauerzahl aufzubauen, ist berüchtigt, und dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, wie schwierig es ist, auf der Livestreaming-Plattform ein nennenswertes Einkommen zu erzielen», so das Online-Tech-Portal TechCrunch. «Je mehr Zeit Twitch-Streamer mit dem Streamen verbringen, desto besser für Twitch, aber das Unternehmen weiss letztlich, dass Creator-Burnout und psychische Gesundheit Probleme sind, die das langfristige Bestehen der Plattform gefährden könnten.» (pd/yk)

