14.12.2011

Wikipedia

Droht mit globalem Blackout

Gründer des Online-Lexikons will aus Protest offline gehen.

Die Diskussion um ein neues Anti-Piraterie-Gesetz in Amerika ruft Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf den Plan. Der Gründer des Online-Lexikons will maximalen Druck auf die US-Regierung ausüben und droht mit kurzfristiger Stilllegung seiner Seite. Kritiker des sogenannten "Stop Online Piracy Act" befürchten, dass Seiten wie Wikipedia durch diesen Gesetzesentwurf ihre Berechtigung verlieren. Provider ausserhalb der USA werden durch den Entwurf ebenfalls verpflichtet, Webseiten zu sperren, die das Urheberrecht verletzen. Der US-Senat ist allerdings der Meinung, dass dieses Gesetz notwendig ist, um Urheberrechte im Internet zu schützen.

Wikipedia wird von etwa 365 Millionen Lesern weltweit verwendet und ist weltweit auf Platz sechs der meist besuchten Seiten. "Ein globaler Streik zumindest des englischsprachigen Wikipedia würde maximalen Druck auf die US-Regierung ausüben, damit sie vom geplanten Gesetz Abstand nimmt", meint Wales. Derzeit können Anwender auf Wales' Web-Seite ihre Meinung mittels einer Probeabstimmung darlegen. Stösst der Wikipedia-Gründer auf Zustimmung, so ist es möglich, dass das englischsprachige Wikipedia kurzzeitig offline geht.

Bereits in Italien ist diese Strategie aufgegangen. Es wurde gegen ein Gesetz protestiert, das die Freiheit der Autoren eingeschränkt hätte. "Das italienische Parlament hat den Gesetzesentwurf - nachdem das italienische Wikipedia vorläufig ausgeblendet wurde - sofort zurückgezogen. Der Streik in Italien war sehr wirkungsvoll und könnte in der jetzigen Situation noch viel wirkungsvoller sein", so Wales. (pte)


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