28.11.2019

Studie über Datenschutz

Facebook «stark defizitär», Zalando «vorbildlich»

Nach der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung stellt eine Studie «eklatante Mängel» fest. 19 der 35 untersuchten Onlinedienste fallen durch – allen voran Facebook, Snapchat, Instagram oder Google. Es gibt aber auch positive Beispiele.
Studie über Datenschutz: Facebook «stark defizitär», Zalando «vorbildlich»
Die Browser-Ansicht der Sicherheitseinstellungen von Facebook. (Bild: Keystone)

Laut einer vom deutschen Justizministerium in Auftrag gegebene Studie erfüllen bekannte Online-Plattformen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGV) nur unzureichend. «Nicht ansatzweise alle Dienste haben die DSGVO umgesetzt, und dies schon gar nicht vollständig», sagte Justizstaatssekretär Gerd Billen der Zeitung «Handelsblatt» (Donnerstagsausgabe).

Vor allem bei sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten gebe es laut der Studie der Universität Göttingen «weiter eklatante Mängel». Untersucht wurden 35 marktrelevante Online-Dienste, darunter Anbieter von sozialen Medien wie Facebook oder Twitter, Online-Shops wie Zalando, Buchungsportale wie Booking.com und Online-Präsenzen von Unternehmen wie Deutsche Bank, berichtet das «Handelsblatt».

Geprüft wurde, inwieweit über die Verwendung von Daten für die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen oder über den Einsatz von Trackingtechnologien informiert werde und wie der Umgang mit sensiblen Daten erfolge. Gerade dort zeigten sich die «gravierendsten Mängel», heisst es laut dem Blatt in der Studie. «Nachlässig ist oft der Umgang mit den Daten, die eigentlich besonders zu schützen sind: sensible Informationen zur Herkunft, zur Gesundheit oder zu politischen Ansichten», sagte Staatssekretär Billen der Zeitung.

Unzureichender Datenschutz bei 19 Diensten

Insgesamt fielen laut dem Bericht 19 der 35 untersuchten Dienste im Umgang mit sensiblen Daten durch, darunter Snapchat («unzureichend»), Facebook («stark defizitär»), Instagram («völlig unbefriedigend») sowie Google («völlig unzureichend»).

Bei Facebook etwa werde bemängelt, dass die Information zur Verarbeitung sensibler Daten «vage» bliebe. Twitter komme den Anforderungen für die Verarbeitung sensibler Daten «in keiner Weise» nach, berichtet das «Handelsblatt».

Nur wenige positive Ausnahmen

«Lediglich zwei Dienste informieren überhaupt über die Verarbeitung sensibler Daten», heisst es laut dem Blatt in der Untersuchung. Beispielsweise seien die Datenschutzhinweise auf der Webseite der Deutschen Bank «transparent und präzise gestaltet», heisst es in der Untersuchung. «Insbesondere die Informationen zu einzelnen Trackern, dem Profiling und der Einbindung von Social Media Plugins sind ausführlich und gut verständlich.» Positiv aufgefallen seien auch die Online-Shops von Otto («insgesamt sehr positiv») und Zalando («vorbildlich»).

Datenschutzvorwürfe auch in den USA

Auch in den USA sehen sich die grossen Internetkonzerne mit Datenschutzvorwürfen konfrontiert: Facebook steht mit anderen grossen Technologie-Unternehmen wie Google, Amazon und möglicherweise Apple im Fokus von 47 US-Bundesstaaten. Einer der Hauptvorwürfe: Missbrauch von Verbraucherdaten. (sda/reu/wid)



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