Soziale Medien haben das Fernsehen als primäre Nachrichtenquelle in mehreren Ländern überholt, heisst es in einer Mitteilung. Dies geht aus einer Studie des Reuters Institute for the Study of Journalism hervor, für die knapp 100'000 Nachrichtenkonsumenten weltweit befragt wurden.
Verschiebung in den USA besonders deutlich
In den USA nutzen mittlerweile 54 Prozent der Befragten soziale Medien als Hauptnachrichtenquelle, während nur noch 50 Prozent das Fernsehen bevorzugen. Dieser Trend zeigt sich auch in anderen Ländern mit jüngerer Bevölkerungsstruktur wie Indien, Brasilien, Indonesien und Thailand.
Herausforderungen für traditionelle Medien
Nic Newman, Mitgründer der BBC News-Website, sieht darin erhebliche Veränderungen für etablierte Medienunternehmen. Online-Videos erreichen zwar jüngere Zielgruppen, bieten Verlagen jedoch begrenzte kommerzielle Vorteile, da der Konsum hauptsächlich über Plattformen und nicht über eigene Websites erfolgt.
Die Studie dokumentiert zudem, dass Politiker verstärkt direkt über soziale Medien und Influencer kommunizieren, um traditionelle Medienfilter zu umgehen.
Unsicherheit bei Falschinformationen
58 Prozent der weltweit Befragten geben an, Falschinformationen in sozialen Medien nicht sicher identifizieren zu können. In Afrika und den USA liegt dieser Anteil bei 73 Prozent.
Die vollständige Studie ist auf der Website des Reuters Institute for the Study of Journalism verfügbar. (pd/awe)

