08.09.2011

Stadtpolizei Zürich

Kommt nicht an Social Media vorbei

Twitter und Facebook soll systematisch genutzt werden.

Noch dieses Jahr beginnt die Zürcher Stadtpolizei damit, die systematische Nutzung der "Social Media" Twitter und Facebook aufzubauen. Dies sagte Michael Wirz von der Zürcher Stadtpolizei am Donnerstag am 9. Kongress zur urbanen Sicherheit in Zürich. Man habe Facebook bisher für einzelne Auftritte und Kampagnen, etwa zum Schulanfang, eingesetzt, sagte Wirz. Nun soll es auch auf Unternehmensebene eingeführt werden.

Auch die Polizei komme heute nicht an "Social Media" vorbei, sagte Wirz. Es gehe deshalb nicht darum, ob man sie nutzen wolle, sondern darum, wie man sie nutze. Wirz hat im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit zum Thema eine Umfrage bei Usern gemacht. Dabei stiess er mit der Idee einer polizeilichen "Social Media"- Nutzung auf ein positives Echo. Die Befragten sahen den Einbezug dieser neuen und sehr schnellen Kommunikationsmittel für viele Gelegenheiten als durchaus geeignet an, namentlich für Unwetterwarnungen, Verkehrsmeldungen Fahndungsaufrufe oder Suchmeldungen.

Die Vorteile sieht Wirz neben dem Tempo unter anderem in der Transparenz, im direkten Kontakt zur Bevölkerung und in der Möglichkeit, anderweitig schlecht erreichbare Zielgruppen anzusprechen. Aber auch die Gefahren müssten beachtet werden, sagte Wirz: So seien Twitter, Facebook und dergleichen neue Plattformen für Kritik, zudem seien die Veröffentlichungen auf diesen Plattformen nicht zu kontrollieren. Gefährdet sei zudem die Geheimhaltung von Informationen etwa aus polizeitaktischen Überlegungen oder aufgrund von Amtsgeheimnis und Datenschutz. Nötig seien eine durchdachte Strategie, klare Anweisungen sowie eine gute Ausbildung und Führung. Bei der Zürcher Stadtpolizei soll ein eigentliches Kompetenzzentrum "Social Media" aufgebaut werden.

Nicht nur die neuen, auch die konventionellen Medien spielen eine grosse Rolle bei der Kommunikation zwischen Behörden und Bevölkerung. Alle Referenten am Kongress waren sich einig, dass Offenheit unabdingbar, "mauern" dagegen kontraproduktiv sei. Offenheit brauche es auch etwa, wenn verschiedene Stellen unterschiedliche Meinungen hätten, sagte der ehemalige Zuger Sicherheitsdirektor Hanspeter Uster. Es komme durchaus vor, dass etwa der Polizeikommandant anderer Meinung sei als sein politischer Vorgesetzter. Dies dürfe sein, müsse aber transparent werden. Und das Primat der Politik müsse gewahrt bleiben.

Wichtig sei, die verschiedenen Kompetenzbereiche klar zu machen, sich untereinander abzusprechen und die Rollen bewusst zu verteilen. Das Parlament sei für die normativen Aspekte und die Ressourcen zuständig: es macht Gesetze und bewilligt Mittel. Die Sicherheitsdirektion steht für die Strategie, das Polizeikommando für das Operative. Zum Kongress zur urbanen Sicherheit lädt jeweils die Konferenz der Städtischen Polizeidirektorinnen und Polizeidirektoren. Erstmals mit dabei war dieses Jahr die Schweizerische Vereinigung städtischer Polizeichefs - also Vertreter der operativen Ebene. (sda)



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