31.08.2026

Ringier

Medienkonzern setzt neu auf OpenAI

Das Zürcher Medienunternehmen kooperiert künftig mit OpenAI. Im Zentrum der mehrjährigen Vereinbarung steht die schrittweise Einführung von ChatGPT Enterprise in der ganzen Gruppe, ergänzt durch neue KI-Anwendungen in Softwareentwicklung, auf den digitalen Marktplätzen, in den Redaktionen und in den Konzernfunktionen.

Ringier und OpenAI haben eine mehrjährige Zusammenarbeit vereinbart, ohne eine konkrete Laufzeit zu nennen, wie die Ringier-Gruppe am Montag mitteilte. Der Vertrag regle nur den internen Einsatz der OpenAI-Produkte; Ringier-Inhalte seien nicht Gegenstand der Vereinbarung. Damit unterscheidet sich die Abmachung von Lizenzvereinbarungen, wie sie OpenAI unter anderem mit Axel Springer und News Corp abgeschlossen hat – dort erhalten Verlage eine Vergütung dafür, dass ihre Inhalte für Training und Ausgabe der KI-Modelle genutzt werden dürfen.

OpenAI reiht sich ins bestehende Technologie-Ökosystem des Konzerns ein: Für die tägliche Zusammenarbeit setzt Ringier auf Google Workspace und Gemini, als Daten-Betriebssystem dient die Software von Palantir. Die Nutzung laufe über einen Enterprise-Vertrag mit Datenspeicherung in Europa, geprüft vom Data Protection Team.

Ringier nennt fünf Schwerpunkte: Einführung von ChatGPT Enterprise samt Schulungen, OpenAI-Entwicklungswerkzeuge in der Softwareentwicklung, eine KI-Schnittstelle auf den Marktplätzen, neue Abläufe für KI-gestützte Recherche in den Redaktionen sowie KI-Einsatz in Finance, HR, Legal und Communications. Für die Redaktionen betont Ringier, Recherche, Einordnung und Veröffentlichung blieben in der Verantwortung der Journalistinnen und Journalisten; KI treffe keine redaktionellen Entscheidungen.

CEO Marc Walder begründet den Schritt damit, dass Künstliche Intelligenz die Medienbranche fundamental verändere: «Technologie unterstützt den Menschen», sie ersetze weder journalistische Verantwortung noch menschliches Urteilsvermögen, so Walder. Christoph Winter, Enterprise Lead DACH bei OpenAI, erklärt, das Werkzeug solle den Mitarbeitenden helfen, sich auf jene Aufgaben zu konzentrieren, bei denen «menschliches Urteilsvermögen und Kreativität entscheidend sind».

Mit OpenAI kommt ein weiterer KI-Anbieter zum bestehenden Palantir-Engagement von Ringier hinzu. Die Partnerschaft mit dem wegen seiner Geheimdienstaufträge umstrittenen Datenanalyse-Unternehmen besteht seit 2018 und wurde mehrfach ausgebaut, zuletzt um die «Artificial Intelligence Platform» AIP (persoenlich.com berichtete). (pd/nil)


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