28.03.2024

Ads Safety Report 2023

Mit KI mehr böswillige Anzeigen geblockt

Google hat letztes Jahr 5,5 Milliarden Werbungen geblockt oder entfernt. Die Richtlinien werden laufend angepasst, um den neuen Herausforderungen zu entsprechen. Bei politischer Werbung muss neu die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) deklariert werden.
Ads Safety Report 2023: Mit KI mehr böswillige Anzeigen geblockt
Die falsche Werbung ist auf blick.ch und 20min.ch gelandet. (Bild: Screenshot)
von Sandra Porchet

Mit Google-Werbung kann einiges schieflaufen. Unzählige Anzeigen täuschen die User vorsätzlich, sei es mit schnellem Geld oder Wunderheilmitteln. Es kann auch passieren, dass solche Scams als Werbebanner auf etablierten Medienwebseiten landen.

So wurde vor einem Jahr eine betrügerische Werbung, die die Verhaftung von Bundesrat Alain Berset vormachte, auf 20min.ch und blick.ch ausgespielt (persoenlich.com berichtete). Auch landen Werbungen von etablierten Marken auf dubiosen Webseiten. Migros hat die Erfahrung mit «CoffeeB» gemacht. Ein Banner ist auf dem amerikanischen Portal Breitbart gelandet, das für Verbreitung von Fake News bekannt ist. Für die Marken ist das ein Brand-Safety-Risiko.

Dagegen kämpft Google mit grossen Mitteln. Mehrere Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dafür zuständig, die vielen Richtlinien des Tech-Giganten zu implementieren.

Totalzahl bleibt geheim

So konnten letztes Jahr weltweit 5,5 Milliarden Anzeigen entweder vor der Publikation blockiert oder im Nachhinein entfernt werden. Im Jahr zuvor waren es 5,2 Milliarden. Diese Zahl entstammt dem «Google Ads Safety Report 2023», der am Mittwoch publiziert wurde.

Zu den blockierten Inhalten gehöre Werbung für gefährliche Produkte oder sexuelle Inhalte, aber auch unseriöse oder betrügerische Anzeigen. In welchem Verhältnis diese Zahl zur Gesamtzahl der Anzeigen steht, wollte Duncan Lennox, Generaldirektor der Google-Abteilung für Ads Privacy and Safety, in einem Mediengespräch nicht verraten.

«Die Welt entwickelt sich schnell. Letztes Jahr haben generative KI und Konflikte grosse Rollen gespielt. Wir reagieren umgehend und haben allein im Jahr 2023 unsere Richtlinien 31-mal an diese Veränderungen angepasst», sagte Lennox.

Fluch und Segen von KI

Die generative KI löste bedeutende Veränderungen in der digitalen Werbebranche aus – von Leistungsoptimierungen bis hin zur Bildbearbeitung, so Lennox. Sie bringe auch Herausforderungen für die Sicherheit der Werbung mit sich. «Es steht ausser Frage, dass die Einführung von leicht verfügbaren KI-Video-Tools die Verbreitung von betrügerischen Anzeigen mit sogenannten Deepfakes verschlimmert hat», sagte Lennox.

KI erlaube es aber genauso, die Effizienz im Kampf gegen schlechte Anzeigen («bad ads») zu steigern. «Unsere Teams setzen auf diese transformative Technologie, insbesondere auf grosse Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs)», erklärte der Verantwortliche.

Und das zeigen einige Zahlen: Die Anzahl ausgesetzter Werberkonten wurde auf 12,7 Millionen fast verdoppelt. Ausserdem wurde letztes Jahr auf 395'000 Webseiten das Aufschalten von Werbung verboten oder eingeschränkt. Ein Jahr zuvor waren 143'000 Webseiten von der Massnahme betroffen.

Transparenz in Politwerbung

Ein besonderer Schwerpunkt für Google ist die politische Werbung. «In einem Jahr, in dem weltweit mehrere wichtige Wahlen anstehen, wollen wir sicherstellen, dass Wählerinnen und Wähler den Wahlwerbespots, die sie auf unseren Plattformen sehen, vertrauen können», betonte Lennox.

Im Jahr 2023 wurde die Identität von mehr als 5000 neuen Wahlwerbern und Wahlwerberinnen geprüft. Diese müssen in dem Land stationiert sein, in dem sie ihre politische Werbung aufschalten wollen. Mehr als 7,3 Millionen Wahlwerbungen wurden entfernt, die von Werbebetreibenden stammten, welche die Überprüfung nicht abgeschlossen hatten.  

Neu müssen die Politwerbungen, die mithilfe von KI entstanden sind, entsprechend gekennzeichnet werden. Diese Richtlinie zum synthetischen Content sei bereits in Gebrauch gekommen, sagte Alejandro Borgia, Leiter Product Management, ohne mehr Details verraten zu wollen.



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