Apple-Chef Steve Jobs hat bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte den neuen Online-Speicherdienst "iCloud" des US-Konzerns enthüllt. Zum Auftakt der jährlichen Apple-Entwicklerkonferenz in San Francisco pries Jobs den Dienst am Montag als wegweisend für den künftigen Umgang mit Daten. Die Vorstellung von "iCloud" war mit Spannung erwartet worden. Damit sollen die Nutzer ihre digitale Musiksammlung, Fotos und andere Dokumente in der Datenwolke des Internets speichern und automatisch auf alle Geräte wie Computer, Tablet-PCs oder internetfähige Handys übertragen können.
"Diese Geräte zu synchronisieren, macht uns wahnsinnig", kritisierte Jobs das bisherige Verfahren. Mit iCloud müsse künftig kein Kabel mehr eingestöpselt werden, um Daten zu überspielen. "iCloud" werde zu einer Art "Drehscheibe" für die Datensammlung. Hinter dem Dienst verbirgt sich die Idee des Cloud Computing, bei der Anwendungen und Daten nicht mehr an einen festen Rechner gebunden sind, sondern ins Internet ausgelagert werden. Zuvor hatten bereits die Apple-Konkurrenten Google und Amazon ähnliche Dienste für das Speichern von Musik vorgestellt. Auch existieren im Internet bereits Angebote wie Dropbox, die automatisch die im Netz abgelegten Dateien zwischen mehreren Computern synchronisieren können.
Der 56-jährige Jobs wurde von den mehr als 5000 Entwicklern begeistert begrüsst. Der Apple-Chef hatte sich im Januar aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen, zuletzt war er bei der Vorstellung des iPad 2 im März öffentlich aufgetreten. Die Gründe für die Auszeit des Apple-Gründers und deren Länge sind immer noch nicht bekannt. Bereits 2009 hatte sich Jobs fast sechs Monate von der Arbeit zurückgezogen, als er sich einer Lebertransplantation unterziehen musste. Im Jahr 2004 war Jobs wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert worden. (sda)


