03.02.2012

Twitter

Nur ein Drittel aller Tweets brauchbar

Forscher untersuchen Wert für User.

Eine Studie von Forschern der US-amerikanischen Universitäten Carnegie Mellon, Georgia Tech und MIT hat ergeben, dass im Durchschnitt nur 36 Prozent aller Tweets, die in der Timeline eines Users erscheinen, wirklich gut ankommen. Neben Privatpersonen sollten deshalb auch Unternehmen ihre Twitter-Politik überdenken. "Unternehmen müssen sich überlegen, wie sie mit ihrer Marke nach aussen kommunizieren wollen. Belanglose Nachrichten und Inhalte, die sofort als Promotion identifiziert werden, kommen nicht gut an", sagt Nina Bazza von Modern Mind Marketing.

Die Forscher haben mithilfe einer Internetseite 43'738 Tweets ausgewertet. Über einen Zeitraum von 19 Tagen haben 1'443 Besucher der Seite "Who gives a Tweet" Kurznachrichten von 2'014 Twitter-Accounts anonym bewertet. Das Ergebnis: Ein Viertel der Botschaften stösst auf Ablehnung und 39 Prozent werden als neutral eingestuft. Obwohl sich die User aussuchen, wem sie folgen, kommt also nur ein kleiner Teil der Tweets gut an. "Unternehmen können sich darauf konzentrieren, Twitter als Service-Kanal zu verwenden. Auch die schnelle Verbreitung von Nachrichten funktioniert gut. Wenn exklusive Nachrichten verteilt werden, fällt die Bevorzugung von Journalisten weg. Das kommt an", glaubt Bazza.

Am schlechtesten schnitten bei der Untersuchung Tweets ab, die eine Stimmung oder Aktivität beschreiben. Dass Leute schlechte Laune haben oder sich gerade ein Brot schmieren, interessiert augenscheinlich auch in der Twitter-Sphäre niemanden. Extrem verhasst sind auch Foursquare-Check-in-Nachrichten, die zur echten Belastung werden können. Alte Links erfreuen sich ebenfalls geringer Beliebtheit. Kurze, prägnante Tweets ohne übermässige Verwendung von Hashtags, die neue Information oder eine Meinung enthalten, haben am ehesten die Chance, gemocht zu werden. Zu kurz sollten die Nachrichten auch nicht sein, Kontext ist wichtig. Gejammer sollten Twitteranten sich sparen. (pte)


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